Politik
Ein Ramadan-Festessen im Weißen Haus? Nicht unter Präsident Donald Trump.
Ein Ramadan-Festessen im Weißen Haus? Nicht unter Präsident Donald Trump.(Foto: REUTERS)
Montag, 26. Juni 2017

Bruch mit 20-jähriger Tradition: Trump streicht Ramadan-Feier

Bill Clinton, George W. Bush und Barack Obama - sie alle luden während ihrer Präsidentschaft Muslime zum Fastenbrechen ein. Doch in diesem Jahr gibt es zum Ende des Ramadans keine Feier im Weißen Haus. Donald Trump schickt nur eine Grußbotschaft.

Zum ersten Mal seit Jahren hat das Weiße Haus keine Feier zum Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan veranstaltet. Stattdessen sandte Präsident Donald Trump am Samstag "herzliche Grüße" an Muslime, die das jährliche Fest Eid al-Fitr begingen. Der Feiertag erinnere die Menschen an die "Bedeutung von Barmherzigkeit, Mitgefühl und gutem Willen", erklärte er.

Seit der Amtszeit von US-Präsident Bill Clinton (1993 bis 2001) hatte das Weiße Haus jedes Jahr entweder eine Feier zum Eid-al-Fitr-Fest oder während des Ramadans ein Essen zum abendlichen Fastenbrechen veranstaltet. Die Tradition hatte mit der damaligen First Lady Hillary Clinton begonnen. 1996 hatte sie Mitglieder der muslimischen Gemeinde zum "Iftar-Dinner" ins Weiße Haus eingeladen. Dasselbe taten auch die späteren Präsidenten George W. Bush und Barack Obama.

George W. Bush 2005 beim Fastenbrechen im Weißen Haus. Eingeladen waren unter anderen muslimische Botschafter.
George W. Bush 2005 beim Fastenbrechen im Weißen Haus. Eingeladen waren unter anderen muslimische Botschafter.(Foto: Reuters)

Schon 1805 hatte einer der Gründungsväter ein "Iftar"-Dinner im Weißen Haus veranstaltet: Der dritte Präsident, Thomas Jefferson, empfing damals erstmals einen muslimischen Botschafter aus Tunesien. Weil Ramadan war, lud er ihn zum Fastenbrechen nach Sonnenuntergang ein.

Dass Trump nun kein Ramadan-Fest veranstaltet, sorgt etwa bei Imam Talib Shareef aus Washington D.C. für Enttäuschung. Shareef sagte dem US-Portal "Huffington Post" am Sonntag, es sei keine gute Botschaft, diese Tradition zu stoppen. Für Golf habe Trump Zeit, sagte er. "Wie kommt es, dass du für einen Teil der Gesellschaft keine Zeit hast, der etwas Unterstützung braucht." Schon oft war Trump am Wochenende golfen gegangen. Auch an diesem Samstag hielt sich der Präsident in seinem Golf-Club in Virginia auf, wie mehrere US-Medien berichteten. Er soll allerdings nicht selbst gespielt haben.

Die Absage der Ramadan-Feier verbessert jedenfalls nicht das ohnehin schon strapazierte Verhältnis zwischen Trump und Muslime. Schon im Wahlkampf hatte sich Trump mit anti-muslimischen Äußerungen profiliert. Eine Woche nach seinem Amtsantritt im Januar hatte er ein Einreiseverbot für Menschen aus mehreren mehrheitlich muslimischen Ländern angeordnet. Dieses ist jedoch auf gerichtliche Anordnung vorerst ausgesetzt.

Quelle: n-tv.de

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