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Super Tuesday in den USA: Trump und Clinton triumphieren

Es ist ihr Tag: Am Super Tuesday dominieren Hillary Clinton und Donald Trump eindeutig die US-Vorwahlen. Sie setzen sich jeweils in sieben Bundesstaaten durch. Für den einstigen Hoffnungsträger der Republikaner gibt es dagegen kaum mehr Hoffnung.

Der Republikaner Donald Trump und die Demokratin Hillary Clinton haben am wichtigsten Tag der US-Vorwahlen einen großen Schritt in Richtung einer Präsidentschaftskandidatur gemacht. Der Immobilienmilliardär und die frühere Außenministerin gewannen am Super Tuesday bei Abstimmungen ihrer Parteien in jeweils sieben Bundesstaaten. Allerdings setzten auch ihre Rivalen Achtungszeichen. Eine Vorentscheidung im Kandidatenrennen fiel daher noch nicht.

In den kommenden beiden Wochen stehen erneut wichtige Vorwahltermine an, darunter am 15. März in den Staaten Florida und Illinois. Am "Super Tuesday" wurden rund 20 Prozent aller Delegierten vergeben; 600 bei den Republikanern und rund 1000 bei den Demokraten. Allerdings erhalten die Sieger nicht alle Delegierte, sondern diese werden proportional zum Stimmergebnis aufgeteilt. Um als Präsidentschaftskandidat nominiert zu werden, muss ein republikanischer Bewerber auf mindestens 1237 Delegierte kommen, ein demokratischer auf 2383.

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Der umstrittene Quereinsteiger Trump erhielt erneut Unterstützung aus nahezu allen Bevölkerungsgruppen, etwa von Evangelikalen, Geringverdienern und höher Gebildeten. Seine Erfolge in Georgia, Alabama, Massachusetts, Virginia, Tennessee, Vermont und Arkansas stellen die Parteiführung der Republikaner vor große Probleme. Diese stemmt sich bislang vehement gegen eine Kandidatur des exzentrischen Milliardärs, der im Wahlkampf etwa durch radikale Forderungen in der Einwanderungspolitik aufgefallen war.

Doch der Hoffnungsträger der Partei-Führung, Senator Marco Rubio aus Florida, überzeugte am Dienstag erneut nicht beim Wähler. Lediglich in Minnesota gelang ihm ein Sieg - sein erster überhaupt in den bisherigen Vorwahlen. In anderen Staaten wurde er teilweise von Ted Cruz oder John Kasich auf Rang drei verwiesen. Der erzkonservative Cruz verbuchte den wichtigen Staat Texas sowie Oklahoma und Alaska für sich. Nach seinem Sieg in Iowa zum Auftakt des Vorwahlreigens hat Cruz damit vier Siege auf seinem Konto. Wie Trump ist aber auch er in der Parteispitze umstritten. Viele seiner Positionen treffen den Nerv der religiösen Rechten in den USA - ob er damit letztlich auch eine breite Masse der Wähler hinter sich versammeln kann, gilt als fraglich.

Trump gibt sich dialogbereit

Trump kündigte am "Super Tuesday" an, er wolle die Partei der Republikaner einen. Er wolle auf Dialog setzen, gab sich der New Yorker Immobilienmogul bei einer Pressekonferenz in Florida für seine Verhältnisse vergleichsweise sachlich. Zu Überlegungen einiger Republikaner, im Falle seines Gesamtsieges unverzüglich nach einem Alternativkandidaten zu suchen, sagte Trump, das wäre der Untergang der Partei. "Schauen Sie sich die Ergebnisse an, wir haben die Republikaner doch erweitert." Er sei jemand, der die Partei zusammenbringen werde, auch wenn das kaum jemand glaube. Cruz meinte: "Unsere Kampagne ist die einzige, die Donald Trump geschlagen hat und schlagen kann." Solange das Feld der Republikaner mit noch immer fünf Kandidaten so groß bleibe, mache das eine Kandidatur Trumps wahrscheinlicher.

Bei den Demokraten lieferte Bernie Sanders der früheren First Lady und Ehefrau von Ex-Präsident Bill Clinton in einigen Staaten einen harten Kampf. Sanders gewann nicht nur seinen Heimatstaat Vermont, er siegte auch in Oklahoma, Minnesota und Colorado. Im Februar hatte Sanders bereits New Hampshire für sich entschieden. Ex-Außenministerin Clinton gewann mit Texas, Tennessee, Virginia, Georgia, Alabama, Massachusetts und Arkansas sieben der elf Staaten. Allerdings strich sie ihre Siege in durchschnittlich größeren Staaten ein und holte sich eine deutliche höhere Zahl von Delegierten.

Trotz der klaren Siege beim Super Tuesday halten Politikwissenschaftler den Ausgang der Vorwahlen noch nicht für entschieden. "Die amerikanische Politik ist immer für eine Überraschung gut, und es gibt Szenarien, wo Trump doch noch gestürzt wird – obwohl: die sehen immer haarsträubender aus", sagte der Politikwissenschaftler Andrew Denison bei n-tv. Clinton habe zwar eine "sehr hohe Wahrscheinlichkeit", sich durchzusetzen, und doch sei auch hier noch nichts ausgemacht. "Bernie Sanders wird nicht verschwinden. Der hat in Colorado gewonnen, der hat viel Geld, er hat Enthusiasmus. Und die Frage ist, wie Hillary Clinton am Ende ihn dann einbindet."

Alle Details zum Super Tuesday gibt es hier im Liveticker.

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Quelle: n-tv.de

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