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Zweiter "Super Tuesday" im US-Vorwahlkampf: Trump verliert in Ohio, Clinton große Gewinnerin

Die USA erleben den wichtigsten Wahlabend im Vorwahlkampf um die Präsidentschaftskandidatur. In fünf Bundesstaaten wird abgestimmt - Hillary Clinton siegt in mindestens vier Staaten, Donald Trump gewinnt ebenfalls, verliert aber in Ohio.

Hillary Clinton ist die große Gewinnerin des wichtigen zweiten "Super Tuesday" im US-Vorwahlkampf. Die Demokratin siegte in Florida, Ohio, Illinois und North Carolina. Der umstrittene Milliardär Donald Trump konnte dagegen im Rennen der Republikaner nur einen Teilerfolg verbuchen. Er gewann zwar klar in Florida, Illinois, Missouri und North Carolina, musste sich im wichtigen Bundesstaat Ohio aber dessen Gouverneur John Kasich geschlagen geben. Dennoch baute Trump seinen Vorsprung auf seine Mitbewerber aus. Nach einer Schätzung von CNN verfügt er nun über 640 Delegierte, 1237 werden benötigt. Der texanische Gouverneur Ted Cruz kommt demnach auf 405, Kasich auf 138. Der Senator von Florida, Marco Rubio, zog nach der Niederlage gegen den New Yorker seine Kandidatur zurück.

In Missouri kam es zu einem äußerst engen Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Trump und Cruz. Kurz vor der Auszählung aller Stimmen führte der Immobilien-Mogul nur mit hauchdünnem Vorsprung. Auch am Morgen nach der Wahlnacht (Ortszeit) gab es noch keine Entscheidung. Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmen kam Trump 40,8 Prozent der Stimmen, Cruz auf 40,6. Bei den Demokraten gab es ebenfalls ein knappes Ergebnis. Auch dort gab es nach 99 Prozent ausgezählter Stimmen am Morgen noch kein Ergebnis. Sanders lag mit 49,4 Prozent dicht hinter Clinton mit 49,6 Prozent. Eine endgültige Entscheidung dürfte es erst in den kommenden Tagen geben, wenn auch alle Briefwahlstimmen und die diejenigen von US-Bürgern in Übersee, etwa Soldaten, ausgezählt wurden.

Nach ihren Erfolgen sieht sich Clinton auf dem Weg zur Präsidentschaftsnominierung durch ihre Partei. Sie sei kurz davor, sagt sie vor Anhängern. Bei den Demokraten werden die Delegierten in allen Bundesstaaten proportional nach dem Wahlergebnis vergeben. Ein hoher Sieg ist daher besonders wertvoll. Das enge Ergebnis in Missouri ändert daher wenig am Abstand zwischen den beiden Kandidaten.

"Das war ein wunderbarer Abend, das war ein großartiger Abend", sagte Trump in seiner Siegesrede. Nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmbezirke Floridas holte er 45,8 Prozent. Der von dort stammende Senator Marco Rubio landete mit nur 27 Prozent auf dem zweiten Platz. Nach dem schlechten Abschneiden in seinem Heimatstaat kündigte er kurz nach Bekanntgabe des Endergebnisses an, sich aus dem Präsidentschaftsrennen zurückzuziehen. Der Senator gratulierte Trump bei einer Ansprache vor seinen Unterstützern, sah aber dennoch keine Fehler in seinem eigenen Wahlkampf. "Ich habe einen anderen Weg gewählt und bin stolz darauf. Wir standen in diesem Jahr auf der richtigen Seite, wenngleich wir nicht die Gewinner sein werden."

Trump verliert in Ohio gegen Kasich

An dritter Stelle lag den Teilergebnissen zufolge der erzkonservative Senator Ted Cruz mit gut 16 Prozent. Bei den Republikanern gehen alle 99 Delegiertenstimmen aus Florida für den Nominierungsparteitag im Sommer an den Sieger Trump, der seinen Vorsprung damit deutlich ausbaut.

Clinton führte nach Auszählung von 99 Prozent der Stimmbezirke in Florida mit 64,5 Prozent klar gegen Sanders, der auf 33,3 Prozent kam. Bei den Demokraten werden die Delegierten in allen Bundesstaaten proportional nach dem Wahlergebnis vergeben. Ein hoher Sieg ist daher besonders wertvoll. Die engen Ergebnisse in Missouri und Illinois ändern daher wenig am Abstand zwischen den beiden Kandidaten. "Dieses ist möglicherweise einer der folgenreichsten Wahlkämpfe unseres Lebens", sagte die einstige First Lady.

Laut CNN gewann Kasich mit 46,8 Prozent der Stimmen in Ohio und verwies Donald Trump damit auf Platz zwei. Er kam auf 35,7 Prozent, nachdem 95 Prozent der Stimmen ausgezählt waren. "Es wird einen weiteren Sieg zu feiern geben, in diesem Herbst, wenn wir Hillary Clinton schlagen", sagte Kasich dem Nachrichtensender. Es seien im Rennen um die republikanische Kandidatur noch mehr als 1000 Delegierte zu vergeben, so Kasich mit Blick auf seinen Rückstand zu Trump. Clinton setzte sich dagegen auch in dem nördlichen Bundesstaat klar durch und holte nach der Auszählung von 92 Prozent der Stimmen rund 56,5 Prozent, während Sanders nur auf 42,7 Prozent kam.

Klarer Clinton-Sieg auch in North Carolina

Nach Angaben von CNN holte Clinton laut Teilergebnissen in North Carolina 54,6 Prozent der Stimmen, während Sanders bei nur 40,8 Prozent landete. Mit den klaren Siegen in den drei Bundesstaaten kann die frühere Außenministerin ihren Rivalen weiter hinter sich lassen. Nach Angaben mehrerer US-Sender geht bei den Republikanern der Sieg an Donald Trump. Sie sahen den Unternehmer am Dienstag mit 40,2 Prozent vor seinem Konkurrenten Ted Cruz (36,8 Prozent). Mit großem Abstand folgen John Kasich (gut 12 Prozent) und Marco Rubio (8,4 Prozent).

Auch in Illinois wurde der New Yorker nach rund einem Drittel ausgezählter Stimmen zum Gewinner erklärt. Demnach siegte Trump mit rund 40 Prozent vor Ted Cruz, der 28 Prozent holte. "Wir müssen unsere Partei zusammenführen", sagte er vor seinen Anhängern. Bei den Demokraten siegte laut den Sendern CNN und Fox erneut Clinton.

Wahlergebnisse und weitere Termine finden Sie in dieser großen Grafik.

Quelle: n-tv.de

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