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Bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu rechts) versucht Trump sich zu rechtfertigen.
Bei einem Treffen mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu rechts) versucht Trump sich zu rechtfertigen.(Foto: REUTERS)

Vorwurf des Geheimnisverrats: Trump will Israel nie erwähnt haben

Für Aufruhr sorgt vor einer Woche die Nachricht, US-Präsident Trump habe israelische Geheimdienstinformationen gegenüber Russland offenbart. Bei seinem Besuch in Jerusalem bestreitet Trump jedoch, Israel erwähnt zu haben. Ein ungewöhnliches Dementi.

US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Angaben Israel "nie erwähnt", als er unlängst mit russischen Spitzenvertretern geheimdienstliche Erkenntnisse über neue Terrorbedrohungen erörterte. Nach Medienberichten soll er bei dem Treffen streng geheime Informationen ausgeplaudert haben, die von einem ausländischen Partner stammten. Das hatte Vorwürfe und Sorgen ausgelöst, dass damit eine geheimdienstliche Quelle kompromittiert worden sei. Späteren Medienberichten zufolge kamen die Informationen von den Israelis.

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"Ich habe niemals das Wort oder den Namen Israel erwähnt, niemals während dieser Unterredung erwähnt", antwortete Trump bei einem Treffen mit dem israelischen Regierungschef Benjamin Netanjahu in Jerusalem auf Journalistenfragen. "Sie alle sagen, dass ich das getan habe, also liegt ihr bei einer weiteren Geschichte falsch. Ich habe das Wort Israel nie erwähnt."

Allerdings hatten Medien nie behauptet, dass Trump selbst Israel als Quelle genannt hätte. In einem Bericht der "New York Times", in dem zum ersten Mal von israelischen Geheimdienstquellen die Rede war, hatten sich die Autoren auf Aussagen namentlich nicht genannter, ehemaliger und gegenwärtiger Mitarbeiter der US-Regierung gestützt. In dem ursprünglichen Bericht der "Washington Post" hieß es zu dem Thema lediglich, Trump habe gegenüber russischen Vertretern Details über einen Anschlagsplan der Terrormiliz Islamischer Staat offenbart - Informationen, die von dem Geheimdienst eines mit den USA befreundeten Landes gestammt hätten.

Trumps Treffen mit dem russischen Außenminister Sergej Lawrow und dem Moskauer Botschafter in Washington, Sergej Kisljak, im Weißen Haus fand am 10. Mai statt - einen Tag, nachdem Trump den FBI-Chef James Comey entlassen hatte. Der Chef der Bundespolizei hatte im Zusammenhang mit einer möglichen russischen Wahlbeeinflussung ermittelt und bei diesen Untersuchungen geht es auch um etwaige Absprachen zwischen Trumps Wahlkampflager und Moskau.

Vor diesem Hintergrund hatte die Begegnung mit den Russen zu diesem Zeitpunkt in Washington Stirnrunzeln und Kritik ausgelöst. Das hat sich nach jüngsten Medienberichten noch verstärkt, laut denen Trump bei dem Treffen auch gesagt haben soll, dass durch Comeys Entlassung "großer Druck" von ihm genommen sei. Diese Äußerung hat das Weiße Haus nicht direkt bestritten. Inzwischen hat das Justizministerium einen unabhängigen Sonderermittler mit der Leitung der FBI-Untersuchungen betraut.

Quelle: n-tv.de

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