Politik
Trump ging auf Twitter gleich zum Angriff über.
Trump ging auf Twitter gleich zum Angriff über.(Foto: USA Today Sports)
Sonntag, 16. Juli 2017

Unbeliebter als es Obama je war: Trumps Umfragewerte stürzen weiter ab

Seit seiner Amtseinführung erfährt US-Präsident Trump wenig Zustimmung, zuletzt sinken seine Umfragewerte noch tiefer: Nur noch etwas mehr als ein Drittel der US-Amerikaner befürworten seine Amtsführung. Trumps Reaktion lässt nicht lange auf sich warten.

Rund sechs Monate nach seinem Einzug ins Weiße Haus hat Präsident Donald Trump weiter an Ansehen in der Bevölkerung verloren. Laut einer aktuellen Umfrage der "Washington Post" (WP) und des Senders ABC stimmen nur 36 Prozent seiner Amtsführung zu. Im April waren es noch 42 Prozent.

Umgekehrt stieg die Quote der US-Amerikaner, die den Kurs des republikanischen Präsidenten klar ablehnen, auf 58 Prozent. Und fast die Hälfte - 48 Prozent - gab an, dass sie "starke" Einwände gegen Trumps Amtsführung habe und dass die US-Führungsrolle in der Welt seit seiner Vereidigung am 20. Januar schwächer geworden sei.

Der US-Präsident wollte diese Werte offenbar nicht unkommentiert stehen lassen und meldete sich nach Erscheinen der Umfrageergebnisse persönlich bei Twitter zu Wort: "Die Umfragen von ABC/Washington Post, obwohl fast 40 Prozent nicht schlecht für diesen Zeitpunkt sind, gehörten zu den am meisten abweichenden Umfragen in der Zeit vor der Wahl."

In der Tat hatten die meisten Umfragen vor der Wahl einen Sieg der demokratischen Kandidatin Hillary Clinton vorhergesagt - auch bei den Stimmungstests der Experten von ABC und "Washington Post". Allerdings kam die WP/ABC-Befragung - die, wie die meisten Erhebungen dieser Art, auf einer eigens definierten Datengrundlage beruht - nach einer Analyse des Politikwissenschaftlers Costas Panagopoulos dem tatsächlichen Wahlergebnis recht nahe. In der Genauigkeits-Rangliste des Demoskopie-Forschers landete WP/ABC bei 14 untersuchten Erhebungen auf Platz 3.

Nur Bush war ähnlich unbeliebt

WP/ABC ist bei Weitem nicht das einzige Zustimmungsbarometer in der US-Politikberichterstattung. Für Experten liefern die jüngsten Umfragewerte aus der WP/ABC-Befragung jedoch gewichtige Hinweise zur dramatischen Stimmungslage im Land: Der amtierende US-Präsident schneidet deutlich schlechter ab als seine Vorgänger.

Solch niedrige Werte wie Trump hätten die Demokraten Barack Obama und Bill Clinton während ihrer Amtszeit nie aufgewiesen, berichtete die "Washington Post" in ihrer Analyse der Ergebnisse. Lediglich der Republikaner George W. Bush habe in seiner zweiten Amtszeit in den Befragungen von WP/ABC derart schlecht abgeschnitten.

Die Ergebnisse deuten nach Angaben der Zeitung auf verschiedene Ursachen für Trumps mangelnde Beliebtheit hin. So sei etwa die derzeitige Zustimmung zu Obamas Gesundheitsreform ("Obamacare") doppelt so hoch wie die zu republikanischen Plänen für ein neues System. Am stärksten schneidet Trump der Umfrage zufolge bei der Wirtschaft ab: Da geben ihm 43 Prozent gute Noten, 41 Prozent schlechte. Befragt wurden 1000 US-Amerikaner zwischen dem 10. und 13. Juli.

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Quelle: n-tv.de

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