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Syrische Soldaten beim Nachrücken in Richtung Palmyra.
Syrische Soldaten beim Nachrücken in Richtung Palmyra.(Foto: REUTERS)

Der IS wird weiter zurückgedrängt: Truppen rücken in Palmyra und Mossul ein

Der Islamische Staat muss weitere Geländeverluste hinnehmen: In Syrien rückt die Armee in Vororte der vom IS besetzten Antikenstadt Palmyra ein. Im Irak startet die Armee eine Offensive zur Rückeroberung Mossuls.

Syrische Regimetruppen sind in die von der Terrormiliz IS besetzte historische Oasenstadt Palmyra vorgedrungen. Einheiten von Machthaber Baschar al-Assad seien in einen südwestlichen Teil des zentralsyrischen Wüstenortes vorgerückt, berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Es gebe heftige Gefechte, Minen würden den Vormarsch der Regierungskämpfer verlangsamen.

Die syrischen Regierungstruppen seien nach Gefechten mit IS-Kämpfern am Rand von Palmyra in das südwestliche Viertel al-Gharf vorgedrungen, teilte die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte mit. Die Regierungstruppen wurden demnach von russischen Kampfjets unterstützt. Auch vom Norden aus rücke die Armee auf die Stadt vor.

Die antiken Stätten sollen wieder aufgebaut werden.
Die antiken Stätten sollen wieder aufgebaut werden.(Foto: AP)

Ein Vertreter des syrischen Militärs sagte, die "schweren Kämpfe" dauerten an. Auch russische Elitesoldaten seien daran beteiligt, verlautete aus Armeekreisen. Der Beobachtungsstelle zufolge wurden bei den Gefechten seit Dienstag etwa 40 Dschihadisten und acht regierungstreue Kämpfer getötet. Die Angaben der in Großbritannien ansässigen Organisation sind von unabhängiger Seite kaum zu überprüfen.

"Albtraum" hat ein Ende

Die syrische Armee hatte mit Hilfe massiver russischer Luftangriffe vor etwa zwei Wochen eine Offensive zur Rückeroberung Palmyras begonnen. Die Stadt zählt wegen ihrer gut erhaltenen antiken Ruinen zum Unesco-Weltkulturerbe. Der IS hatte Palmyra im Mai 2015 erobert. Seitdem sprengten die Dschihadisten eine Reihe antiker Bauwerke.

Der Direktor der syrischen Altertumsbehörde, Mamun Abdelkarim, äußerte sich zuversichtlich über einen Erfolg der Regierungstruppen. Er sei froh, dass die Befreiung Palmyras "unmittelbar bevorstehe" und "der Albtraum" ein Ende habe, bevor es zu spät sei. Mit Hilfe von internationalen Experten würden alle antiken Stätten wieder aufgebaut, sagte Abdelkarim. Sobald die Armee die Kontrolle über Palmyra erlangt habe, werde er sich vor Ort ein Bild von der Lage machen.

Zuvor hatte der staatlich finanzierte Fernsehsender Al-Ichbarija schon berichtete, Regimetruppen seien "in das Herz" Palmyras vorgestoßen. Die Menschenrechtsbeobachter hatten dies zurückgewiesen. Das offizielle Syrische Staatsfernsehen und die staatliche Nachrichtenagentur Sana berichteten zunächst nichts über den Vormarsch.

Iraker beginnen Rückeroberung Mossuls

Im Irak starteten die Regierungstruppen und verbündete Kämpfer unterdessen eine Offensive zur Rückeroberung der Stadt Mossul. Während der "ersten Phase" ihres Einsatzes in der nördlichen Provinz Niniwe eroberten die Soldaten nach Angaben der Armee vier Dörfer. Mossul ist die Hauptstadt der Provinz Niniwe. Wann die Armee die zweitgrößte Stadt des Landes erreichen könnte, ist aber noch nicht abzusehen.

Eine Rückeroberung Mossuls wäre ein Meilenstein für das irakische Militär im Kampf gegen die IS-Miliz. Die Stadt befindet sich seit Juni 2014 in den Händen der Dschihadisten. Mitte Februar hatte Bagdad für die geplante Rückeroberung der Stadt hunderte Soldaten in die Nähe von Mossul verlegt.

Der IS hatte im Sommer 2014 große Gebiete im Irak und in Syrien erobert. In jüngster Zeit erlitten die Dschihadisten im Irak aber deutliche Rückschläge. Die dortige Armee und die kurdischen Peschmerga-Kämpfer im Norden des Landes wurden dabei durch Luftangriffe der von den USA angeführten Militärallianz unterstützt. Auch Ziele in Mossul wurden dabei mehrmals aus der Luft angegriffen.

In Genf wurde am Donnerstag weiter über eine friedliche Lösung des Syrien-Konflikts beraten. Bislang wurde bei den indirekten Verhandlungen zwischen syrischer Regierung und Opposition aber kein Durchbruch erzielt. Die Gespräche gehen nun in eine Pause. Sie sollen nach einer Denkpause möglichst vom 9. April an fortgesetzt werden und sich auf den angestrebten politischen Übergangsprozess konzentrieren. Das erklärte der UN-Sondergesandte für Syrien, Staffan de Mistura, in Genf.

Quelle: n-tv.de

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