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Gespräch mit Davutoglu in Izmir: Tsipras will Elend von Idomeni beenden

Tausende Flüchtlinge sitzen bei Nässe und Kälte im Elendscamp von Idomeni fest. Zurückweichen wollen sie nicht. Die Hoffnung, doch noch in den Norden zu gelangen, ist stärker. Regierungschef Tsipras will mit seinem Kollegen Davutoglu eine Lösung finden.

Die Lage an der griechisch-mazedonischen Grenze ist katastrophal. Nach starken Regenfällen gleicht das Lager von Idomeni einem Schlammkessel. Das griechische Fernsehen zeigte Menschen, die mit bloßen Händen versuchten, das Wasser aus ihren kleinen Kuppelzelten herauszuleiten. Andere zündeten Feuer an und hielten die durchnässten Kleider ihrer Kinder darüber, um sie zu trocknen.

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Mitglieder humanitärer Organisationen sagten Reportern vor Ort, sie befürchten, dass es zu Wutausbrüchen der Migranten in dem Elendscamp kommen könnte. Tausende harren seit Wochen in Idomeni aus. Die griechischen Behörden und das UN-Flüchtlingshilfswerk rieten den Migranten in Idomeni abermals, in organisierte Lager zu ziehen, die die Regierung in Athen wenige Kilometer südlich der Grenze in Betrieb genommen hat.

Mehrheitlich weigern sich die Migranten. Sie hoffen, dass die mazedonische Seite den Zaun doch noch öffnet und dass sie dann nach Mitteleuropa weiterreisen können. In den Lagern von Athen ergäben sich diese Chancen nicht.

Zudem waren allein am Dienstagvormittag knapp 800 Migranten in Piräus mit einer Fähre von den Inseln Lesbos und Chios angekommen. Sie hatten in den vergangenen Tagen aus der Türkei zu diesen Inseln übergesetzt. Zwei andere Fähren mit Hunderten Migranten an Bord werden am Nachmittag in Piräus erwartet. Die Migranten fragten nach ihrer Ankunft, wie sie nach Nordgriechenland weiterfahren könnten. Obwohl sie wussten, dass Mazedonien seine Grenze faktisch für Migranten geschlossen hält, sagten sie Reportern in Piräus, sie wollen versuchen, gen Norden weiter nach Mitteleuropa zu reisen.

Gipfel geht in Izmir in Verlängerung

Derweil sind der griechische Regierungschef Alexis Tsipras und sein türkischer Kollege Ahmet Davutoglu zusammengekommen, um über das Flüchtlingsproblem reden. Vor seiner Ankunft in der türkischen Küstenmetropole Izmir hatte Tsipras von einem "historischen Treffen" gesprochen. "Dieses Treffen könnte neue Wege öffnen, den Schleusern das Handwerk zu legen", sagte er im griechischen Fernsehen. Thema soll auch die Aktualisierung eines 2002 geschlossenen Abkommens zwischen den beiden Ägäis-Anrainerstaaten über die Rückführung von Migranten sein.

"Dieses Treffen könnte neue Wege öffnen, den Schleusern das Handwerk zu legen", fügte Tsipras hinzu. Nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR sind seit Jahresbeginn bis zum 6. März 132.177 Migranten aus der Türkei nach Griechenland gekommen.

Quelle: n-tv.de

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