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Nach Terroranschlag in Istanbul: Türkei nimmt zwei weitere Verdächtige fest

Die türkische Polizei präsentiert zwei weitere Verdächtige, die an dem Anschlag auf eine deutsche Reisegruppe in Istanbul beteiligt gewesen sein sollen. Für den deutschen Verfassungsschutz ist noch immer unklar, ob wirklich der IS für die Tat verantwortlich ist.

Die türkische Polizei hat nach dem Selbstmordanschlag auf eine deutsche Reisegruppe in Istanbul zwei weitere Verdächtige festgenommen. Damit steige die Gesamtzahl der Festnahmen auf sieben, sagte Innenminister Efkan Ala in Ankara.

Bei dem Anschlag am Dienstag waren zehn Deutsche getötet worden. Bereits am Abend des Attentats hatten die Behörden einen Verdächtigen festgesetzt. Am Mittwoch wurden vier weitere Personen festgenommen. Die türkische Regierung macht die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) für die Tat verantwortlich, die sich bislang aber nicht dazu bekannt hat.

Dem Präsidenten des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, liegt keine Bestätigung dafür vor, dass die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hinter dem Anschlag auf eine deutsche Reisegruppe in Istanbul steckt. Man sei bisher noch nicht in die Ermittlungen eingebunden, sagte Maaßen dem rbb Inforadio.

"Wir wissen allerdings, dass die Türkei derzeit mehrere innenpolitische Konflikte hat. Einer ist der mit dem IS", sagte Maaßen. Auch die kurdische Arbeiterpartei PKK habe wiederholt Anschläge in dem Land verübt. Maaßen erwähnte auch die linksextremistische Revolutionäre Volksbefreiungsfront DHKPC.

Maaßen: Brauchen neues Risikomanagement

Warnungen über bevorstehende Anschläge gegen touristische Ziele in der Türkei sind Maaßen nicht bekannt. "Ich kenne diese Warnungen nicht, die es in der Türkei gegeben haben soll", sagte er. Es gebe immer wieder Warnungen. "Auch meine Behörde bekommt jeden Tag ein bis zwei Gefährdungshinweise. Nur sind diese Gefährdungshinweise regelmäßig so unspezifisch, dass sie keine Anfasser geben, dass die Polizei konkret Maßnahmen durchführen kann."

Mit Blick auf Deutschland plädiert der Verfassungsschutz-Präsident für ein neues "Risikomanagement" bei Terrorwarnungen, wie zuletzt in der Silvesternacht in München. "Wir können in Zukunft nicht immer nur sagen, wir schalten das Licht ein oder wir schalten das Licht aus. Wir brauchen insoweit einen Dimmer." Auch andere Länder hätten gelernt damit umzugehen, "so dass auch bei einer hohen Terrorgefahr öffentliche Veranstaltungen, Fußballspiele, in gesichertem Rahmen stattfinden können".

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Quelle: n-tv.de

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