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Viele Tunesier sind unzufrieden mit der islamistischen Regierung.
Viele Tunesier sind unzufrieden mit der islamistischen Regierung.(Foto: Reuters)

Demonstration gegen Regierung: Tunesier gehen wieder auf die Straße

Tunesien ist der Ausgangspunkt des Arabischen Frühlings gewesen - und auch jetzt gehen die Menschen dort wieder auf die Straße. Zu Tausenden demonstrieren sie gegen sie gegen die islamistische Regierung.

Tausende Menschen haben in Tunesien gegen die islamistische Regierung protestiert. Die Demonstration war der Auftakt einer geplanten einwöchigen Oppositions-Kampagne mit dem Ziel, die regierende Ennahda-Partei aus dem Amt zu drängen. "Das Volk will das Regime stürzen" und "Hau ab", rief die Menge, die zum Sitz der Verfassungsgebenden Versammlung in Tunis zog. Ennahda-Chef Rached Ghannouchi wurde als "Mörder" bezeichnet.

Die Opposition wirft der Ennahda den Mord an dem Oppositionspolitiker Mohamed Brahmi vor. Dessen Ermordung am 25. Juli hatte die jüngste politische Krise des Landes ausgelöst. Die Regierung beschuldigt dagegen radikale Salafisten der Tat.

Zuletzt hatte die Opposition ein Gesprächsangebot der regierenden Islamisten zur Bildung einer Expertenregierung zurückgewiesen und auf der Auflösung der Regierung beharrt. Die Ennahda hatte sich zuvor auf Vorschlag der vermittelnden Gewerkschaft UGTT bereit erklärt, mit der Opposition über die Bildung einer Expertenregierung zu verhandeln. Damit stellte sie erstmals ihren Rücktritt in Aussicht, wollte aber bis zu einer Übereinkunft die jetzige Staatsführung weiter stellen.

Zu den Punkten, die der Regierung von ihren Gegnern zur Last gelegt werden, gehören insbesondere wirtschaftliche Probleme. Umgekehrt werfen einige führende Islamisten der Opposition vor, sie plane einen "Staatsstreich" nach dem Vorbild Ägyptens, wo die Armee den demokratisch gewählten Präsidenten, den Islamisten Mohammed Mursi, Anfang Juli gestürzt hatte.

Quelle: n-tv.de

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