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Pjöngjang droht neue Resolution: UN-Sicherheitsrat verurteilt Raketenstart

Mit dem Start einer Weltraumrakete ruft Nordkorea den UN-Sicherheitsrat auf den Plan. Die Weltgemeinschaft verurteilt den Raketenstart scharf und kündigt "einschneidende" Maßnahmen gegen Pjöngjang an.

Nur einen Monat nach einem heftig kritisierten Atomtest hat Nordkorea mit dem Start einer Weltraumrakete erneut die Weltgemeinschaft herausgefordert. Die Nachricht vom Raketenstart stieß weltweit auf heftige Kritik und führte zur Einberufung des UN-Sicherheitsrates. Obwohl es bereits vier ähnliche UN-Resolutionen gibt, soll Nordkorea erneut der Start ballistischer Raketen und Atomtests per Resolution untersagt werden.

In Südkorea machten zudem Meldungen die Runde, Nordkorea plane einen weiteren Atombombentest. Die Trägerrakete habe den "neu entwickelten Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyongsong-4 (leuchtender Stern) erfolgreich auf seine Erdumlaufbahn gebracht", verkündete die nordkoreanische Raumfahrtbehörde. Die Weltgemeinschaft sieht dies als verdeckten Test einer Langstrecken-Atomrakete, die in Alaska sogar US-Territorium erreichen könnte.

Amerikanische Abfangraketen?

Das südkoreanische Militär schätzte die Reichweite der Trägerrakete auf bis zu 13.000 Kilometer. Der südkoreanische Geheimdienst erklärte laut Yonhap aber auch, dass der ausgesetzte Satellit wohl nur 200 Kilogramm Gewicht und kaum Nutzen habe. Südkorea kündigte Gespräche mit den USA über die Stationierung amerikanischer Abfangraketen des Typs THAAD in Südkorea an. China und Russland sind gegen die Aufstellung solcher US-Raketen in ihrer Nachbarschaft.

In New York verurteilte der UN-Sicherheitsrat den Raketenstart scharf und kündigte eine weitere Resolution gegen das kommunistische Land an. Nordkorea stelle eine ernsthafte Gefahr für den internationalen Frieden dar, sagte der Vorsitzende Rafael Ramirez aus Venezuela nach einer Sondersitzung des Rates. Ein genauer Termin für die neue Resolution stehe aber noch nicht fest, betonten mehrere UN-Botschafter übereinstimmend.

China äußert sein "Bedauern"

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier verurteilte den Raketenstart als "verantwortungslose Provokation, die völkerrechtlich bindende Resolutionen des VN-Sicherheitsrats missachtet" und die regionale Sicherheit aufs Spiel setze. "Diese offene Herausforderung der Weltgemeinschaft durch Nordkorea darf nicht ohne spürbare Konsequenzen bleiben."

Washington kritisierte den Raketenstart als "destabilisierend, provokativ und flagrante Verletzung" zahlreicher UN-Resolutionen. Die USA, Frankreich und andere Staaten verlangten "ernste Konsequenzen" vom UN-Sicherheitsrat. China äußerte sein "Bedauern" über den Raketenstart. Der US-Präsidentschaftsbewerber Donald Trump erklärte in einer TV-Debatte: "China soll das Problem lösen." Japan sprach von einer Bedrohung des Weltfriedens, auch Russland verurteilte den Start.

Das Land hatte zuletzt Ende 2012 eine Weltraumrakete gestartet. Der Start wurde auch damals weltweit verurteilt. Nach dem vierten Atomtest Nordkoreas am 6. Januar dieses Jahres nahm der UN-Sicherheitsrat bereits Diskussionen über schärfere Sanktionen gegen Nordkorea auf. Das Regime in Pjöngjang zeigte sich jedoch unbeeindruckt.

Quelle: n-tv.de

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