Politik
Eine Ebola-Hilfsstation in Freetown, Sierra Leone
Eine Ebola-Hilfsstation in Freetown, Sierra Leone(Foto: AP)
Freitag, 17. Oktober 2014

100.000 statt 1.000.000.000 Dollar: UN-Staaten zahlen nicht an Ebola-Fonds

Die reichen Länder sind bislang nicht bereit, die armen bei der Ebola-Bekämpfung finanziell zu unterstützen. Trotz tausender Toter, zehntausender Infizierter und einem dramatischen Hilfsappell der Vereinten Nationen gehen bislang nur 79.000 Euro ein.

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Die Zahlungsmoral der UN-Mitgliedstaaten an einen Sondertopf zur Bekämpfung der Ebola-Epidemie in Westafrika ist dramatisch schlecht. Nach einem US-Zeitungsbericht sind bislang nur 100.000 Dollar (79.000 Euro) eingegangen. Die Vereinten Nationen hatten eine Milliarde Dollar gefordert, berichtete die "New York Times" unter Berufung auf UN-Mitarbeiter. Die bislang gezahlte Summe stamme von der kolumbianischen Regierung.

Die Vereinten Nationen wollen mit dem Topf flexibler auf die Anforderungen bei der Bekämpfung der Seuche reagieren können. Das Virus hat nach Angaben der Weltgesundheitsbehörde (WHO) bereits rund 4500 Menschen getötet und bedroht die Wirtschaft in den ohnehin bitterarmen Ländern Liberia, Sierra Leone und Guinea.

Deutschland erforscht Impfstoff

An der Erprobung eines Impfstoffs zum Schutz vor der Ebola-Seuche will sich auch Deutschland beteiligen. Es gebe die Hoffnung, Anfang nächsten Jahres mit den Tests einer kanadischen Produktion beginnen zu können, hieß es in Berliner Regierungskreisen. Denkbar sei, dass dann auch deutsche Helfer im westafrikanischen Seuchengebiet von einem Impfschutz profitieren könnten, wenn sie sich an der Studie beteiligten. Allerdings werde vermutlich weltweit nur eine kleine Impfstoffmenge zur Verfügung stehen. Schätzungen liegen bei rund 10.000 Impfdosen, wovon auf Deutschland nur ein kleiner Teil fallen würde.

Deutschen Experten zufolge sind weltweit zwei erfolgversprechende Impfstoffe in Arbeit. Hinter der kanadischen Produktion stehe ein US-Unternehmen. Allerdings forschen deutlich mehr Firmen an einem Impfmittel gegen die tödliche Krankheit.

Keine Fiebermessungen in Deutschland

Anders als von Frankreich und Großbritannien geplant, will Deutschland keine Fiebermessungen bei ankommenden Personen aus Afrika an deutschen Flughäfen vornehmen. In der Regierung wurde darauf verwiesen, dass es keine Direktverbindung aus den hauptbetroffenen Ländern Libera, Sierra Leone und Guinea gibt. In die französische Hauptstadt Paris gehen hingegen direkte Flüge aus Guineas Hauptstadt Conakry.

Nach Deutschland gibt es nur Direktverbindungen aus Nigeria, auf denen Reisende mit Flugblättern über Ebola und erste Anzeichen informiert werden. In Nigeria gab es nur einen begrenzten Ausbruch, der als überwunden gilt. Aus deutschen Regierungskreisen verlautete, die EU werde Nigeria vermutlich in Kürze für Ebola-frei erklären.

Teilentwarnung in Spanien

Derweil können die spanischen Behörden Entwarnung geben: Ein in Madrid angekommener Flugpassagier mit Ebola-Verdacht ist offenbar nicht infiziert. Wie die Regierung mitteilte, ergab der erste Test einen negativen Befund. Eine zweite Analyse innerhalb von drei Tagen müsse dies noch bestätigen. Der Mann aus Nigeria war am Donnerstag mit einer Air-France-Maschine aus Paris kommend in Madrid gelandet. Da er Schüttelfrost und hohes Fieber hatte, wurde das Flugzeug vorübergehend isoliert und der Mann in die Quarantäne-Station der Madrider Carlos-III-Klinik gebracht.

Sorgen bereitet den spanischen Gesundheitsbehörden allerdings noch der Fall eines Krankenpflegers, der vor einer Woche aus Sierra Leone nach Teneriffa zurückgekehrt war. Er hatte in Westafrika Ebola-Patienten behandelt und liegt mit Fieber in der Isolierstation eines Krankenhauses auf der Kanaren-Insel. Sein Testergebnis lag zunächst noch nicht vor.

Quelle: n-tv.de

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