Politik
Im nordkoreanischen Hafen Rajin wird ein Frachter mit Kohle beladen.
Im nordkoreanischen Hafen Rajin wird ein Frachter mit Kohle beladen.(Foto: REUTERS)
Dienstag, 10. Oktober 2017

Schmuggelware aus Nordkorea: UN erlassen Hafenverbot für vier Schiffe

In der Geschichte der Vereinten Nationen ist es ein Novum: Der UN-Sicherheitsrat verbietet vier Frachtern, einen Hafen in einem der Mitgliedsländer anzulaufen - offenbar, weil die Schiffe Waren aus Nordkorea transportieren. So soll der Druck auf Pjöngjang steigen.

Ein Expertenkomitee des UN-Sicherheitsrats für die Strafmaßnahmen gegen Nordkorea hat für vier Schiffe mit "unzulässigen Waren" an Bord ein weltweites Hafenverbot ausgesprochen. Der Koordinator des Komitees, Hugh Griffiths, sprach in New York von einem Präzedenzfall in der Geschichte der Vereinten Nationen. Seit dem 5. Oktober dürften die betroffenen Schiffe nicht mehr in einen Hafen einlaufen.

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Griffiths äußerte sich am Ende der zweiten UN-Sitzung zur Umsetzung der gegen Nordkorea verhängten Sanktionen. Aus internen Kreisen verlautete, die vier Schiffe hätten Kohle, Eisen und Fisch aus Nordkorea an Bord. Diese Waren dürfen gemäß einer Resolution des UN-Sicherheitsrats vom August nicht von Nordkorea exportiert werden.

Weiter hieß es, bei den Schiffen handele es sich um die Frachter "Petrel 8", "Hao Fan 6", "Tong San 2" und "Jie Shun". Nach Angaben der Internetseite marinetraffic.com fahren die ersten drei unter der Flagge der Komoren. Über die Beflaggung der "Jie Shun" gibt die Seite keine Auskunft.

Nordkoreas UN-Botschafter attackiert USA

Der amtierende Vorsitzende des Komitees, Inigo Lambertini, sagte, eine wirksame Anwendung der Strafmaßnahmen sei unerlässlich. Der nordkoreanische UN-Botschafter Ja Song Nam hatte die USA vergangene Woche beschuldigt, mit Sanktionen gegen arme Länder deren wirtschaftliche Entwicklung zu behindern und die "moderne Zivilisation zu zerstören".

Die US-Regierung war die treibende Kraft bei der Verhängung der Sanktionen gegen das international weitgehend isolierte Nordkorea - die Strafmaßnahmen waren als Reaktion auf deren Atomwaffen- und Raketentests verhängt worden. Russland und Nordkoreas engster Verbündeter China hatten die Strafmaßnahmen im UN-Sicherheitsrat zuletzt mitgetragen.

Trump befeuert Spekulationen in Atomstreit

US-Präsident Donald Trump hatte Nordkorea Ende September in einer Rede vor der UN-Vollversammlung mit der "völligen Zerstörung" gedroht, sollte Pjöngjang im Konflikt um sein Atom- und Raketenprogramm nicht einlenken. Am Samstag erklärte Trump, die diplomatischen Bemühungen zur Beilegung des Atomstreits seien durchweg gescheitert.

Nach einem Treffen mit ranghohen Militärs im Weißen Haus hatte der Präsident zudem mit einer vagen Andeutung für Spekulationen über das Vorgehen im Nordkorea-Streit gesorgt. Die Sitzung könne die "Ruhe vor dem Sturm" sein, sagte er. Die USA hatten in der Vergangenheit wiederholt betont, dass sie ein militärisches Vorgehen nicht ausschließen.

Quelle: n-tv.de

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