Politik

Schlimme Bilder aus Syrien: UN schockiert über Zerstörung

Die Vereinten Nationen kommen im Syrien-Konflikt nicht voran. Eine politische Lösung ist nicht in Sicht, auch die Verteilung humanitärer Hilfe gestaltet sich schwierig. Mehr als die Hälfte aller Kliniken sind zerstört. Russland schafft seine Bürger außer Landes.

Die Zerstörungen in Damaskus sind gewaltig.
Die Zerstörungen in Damaskus sind gewaltig.(Foto: REUTERS)

Eine UN-Delegation, die Syrien besucht hat, ist schockiert vom Ausmaß der Zerstörung in den Hochburgen der Revolte gegen das Regime von Präsident Baschar al-Assad. Wie die Vereinten Nationen mitteilten, besuchten die UN-Mitarbeiter in den vergangenen Tagen die Städte Homs und Telbise. Nach UN-Informationen ist mehr als die Hälfte aller Krankenhäuser in der Provinz Aleppo nicht mehr funktionsfähig. In der Provinz Deir as-Saur seien mehr als drei Viertel der Kliniken nicht mehr in Betrieb.

Die russische Regierung begann damit, ihre Staatsbürger aus dem Bürgerkriegsland zu bringen. Am libanesischen Grenzübergang Masnaa trafen 80 Russen ein, die von Beirut aus nach Russland gebracht werden sollten. Nach Angaben der Grenzwächter überquerten vor allem russische Frauen und Kinder die Grenze.

Noch keine befreiten Gebiete

Russland bringt seine Bürger außer Landes. Dieser Bus hat Libanon als Ziel.
Russland bringt seine Bürger außer Landes. Dieser Bus hat Libanon als Ziel.(Foto: REUTERS)

Die syrische Opposition hält trotz aller internen Querelen an  ihrem Plan fest, eine Übergangsregierung für die "befreiten Gebiete" in dem Land zu bilden. Das teilte die Nationale Syrische Koalition zum Abschluss eines Treffens in Istanbul mit.

Die Oppositionellen setzten ein sechsköpfiges Komitee ein, das die Aufgabe erhielt, binnen zehn Tagen einen Vorschlag für die Bildung der Regierung zu erarbeiten. Ein Teil der Opposition argumentiert, die Gründung einer Übergangsregierung sei verfrüht, da es wegen der Luftangriffe der Regierungstruppen keine "befreiten Gebiete" gebe, anders als 2011 in Libyen, wo die Nato die von Revolutionären kontrollierten Gebiete geschützt hatte.

Täglich sterben Hunderte

Am Montag sollen in Syrien mehr als 200 Menschen getötet worden sein. Am Dienstag zählten Aktivisten bis zum Nachmittag 50 Tote. Die meisten Opfer gab es ihren Angaben zufolge im Umland der Hauptstadt Damaskus. Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind durch den seit 22 Monaten andauernden Konflikt zwischen dem Assad-Regime und den verschiedenen Oppositionsgruppen und Rebellenbrigaden bereits mehr als 60.000 Menschen ums Leben gekommen.

Friedensbemühungen bislang erfolglos

UN-Generalsekretär Ban Ki Moon und der UN-Syriengesandte Lakhdar Brahimi hatten bei einem Treffen in New York eine negative Bilanz der internationalen Bemühungen um ein Ende des Bürgerkrieges gezogen. Ein Sprecher sagte nach dem Treffen, das Ausmaß der Gewalt und Zerstörung sei fürchterlich. Ausländische Mächte heizten den Konflikt durch Waffenlieferungen an die Regierung und die Opposition zusätzlich an. Es sei besorgniserregend, dass es keine gemeinsame Haltung der internationalen Gemeinschaft zur Syrien-Krise gibt.

Quelle: n-tv.de

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