Politik
Vor der Schließung des Lagers protestierten die Asylsuchenden. Sie haben trotzdem keine Chance auf ein besseres Leben.
Vor der Schließung des Lagers protestierten die Asylsuchenden. Sie haben trotzdem keine Chance auf ein besseres Leben.(Foto: AP)
Donnerstag, 02. November 2017

Asylsuchende schutzlos auf Insel: UNHCR rügt Australien wegen Lagerkrise

Australien hat sein Asylproblem auf Inseln wie Manus ausgelagert. Eines der für ihre katastrophalen Bedingungen berüchtigten Lager ist nun geschlossen. Die Ex-Bewohner fühlen sich nun bedroht. Das UNHCR fordert Australien auf, sich endlich zu kümmern.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) hat Australien zur Beendigung der humanitären Krise auf der Insel Manus in Papua-Neuguinea aufgefordert. Dort weigern sich etwa 600 Asylsuchende, ein seit Dienstag offiziell geschlossenes Flüchtlingslager zu verlassen. Zuvor hatte der Oberste Gerichtshof Papua-Neuguineas das Lager für rechtswidrig erklärt.

Die Asylsuchenden sollten übergangsweise in eine nahe gelegene Stadt umgesiedelt werden. Um "augenblicklich die Lage zu deeskalieren", forderte das UNHCR Australien auf, mit den Behörden Papua-Neuguineas zusammenzuarbeiten. Die Spannungen in dem Lager auf der Insel Manus nehmen seit Tagen zu. Mitarbeiter und Lieferanten haben das Lager bereits verlassen. Nun fehle es an medizinischer Versorgung, auch die Sicherheit sei nicht gewährleistet, so das UNHCR. Die Behörden stoppten zudem die Versorgung mit Lebensmitteln, Strom und Wasser.

Laut UNHCR fürchten die Geflüchteten Übergriffe aus der Bevölkerung. Am Dienstag seien Dutzende mit Stöcken und Macheten bewaffnete Einheimische in den Lagerkomplex eingedrungen, sagte ein Geflüchteter der Deutschen Presse-Agentur. Die Asylsuchenden wollen nun rechtlich gegen die Schließung vorgehen.

Australien hatte seinen Nachbarn vier Jahre lang dafür bezahlt, Migranten vor Ort zu versorgen. Das Land nimmt keine Menschen auf, die die Küste per Boot erreichen wollen. Wegen der anhaltenden humanitären Notlage kündigte Neuseeland an, 150 Asylsuchende aus Manus aufzunehmen. Das Thema soll an diesem Sonntag beim ersten Treffen von Neuseelands Premierministerin Jacinda Ardern mit Australiens Regierungschef Malcolm Turnbull erörtert werden.

Quelle: n-tv.de

Empfehlungen