Politik

Attentatsdrohungen von Al-Kaida: US-Botschaft im Jemen geschlossen

Im Jemen droht Al-Kaida den Botschaften Großbritanniens und der USA mit Anschlägen. Die jemenitische Regierung schickt Truppen in Richtung der Terroristen-Hochburgen im Osten des Landes. Derweil behauptet ein US-Experte, bereits im Dezember hätten die USA eine Luft- und Boden-Offensive gegen Al-Kaida angeführt.

Die Tore der US-Botschaft in Sanaa bleiben vorerst geschlossen.
Die Tore der US-Botschaft in Sanaa bleiben vorerst geschlossen.(Foto: dpa)

Jüngste Angriffe auf mutmaßliche Al-Kaida-Stellungen im Jemen haben nach Medieninformationen unter Führung der USA mit Unterstützung der jemenitischen Regierung stattgefunden. Der US-Fernsehsender CBS berichtete unter Berufung auf Sebastian Gorka, den "US-Experten für Sondereinsätze und Ausbilder jemenitischer Offiziere", es habe Angriffe mit Flugmarschkörpern und militärischen Einheiten am Boden gegeben.

Die US-Botschaft im Jemen hat ihre Pforten für Besucher geschlossen. Al-Kaida habe "amerikanischen Einrichtungen im Jemen" mit Anschlägen gedroht, heißt es auf der Internetseite der Botschaft. Auch Großbritannien hat seine ständige Vertretung in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa. Auch dort habe eine Drohung gegeben, berichtete die BBC.

Der Konflikt findet im Osten des Landes statt.
Der Konflikt findet im Osten des Landes statt.(Foto: picture-alliance / dpa/globus)

Vor allem im Osten des Landes ist das Terrornetzwerk aktiv. Aus jemenitischen Sicherheitskreisen wurde bekannt, dass zusätzliche Truppen in die dortigen Provinzen El Baida, Abian und Tschabwa entsandt wurden, um gegen "Al-Kaida-Elemente" zu kämpfen. Nach Behördenangaben aus Sanaa hatten jemenitische Truppen bei Razzien am 17. und 24 Dezember im Landesinneren und im Gebiet um die Hauptstadt mehr als 60 mutmaßliche Al-Kaida-Mitglieder getötet.

Kampf an mehreren Fronten

Zeitgleich führen die jemenitischen Regierungstruppen im Norden des Landes mit Unterstützung von Saudi-Arabien Krieg gegen schiitische Rebellen. Außerdem versucht die Regierung in Sanaa eine Protestbewegung zu zerschlagen, die für eine Abspaltung des Südjemens eintritt. Laut einem Bericht der "New York Times" vom Ende des vergangenen Jahres begannen geheime Sonderkommandos aus den USA vor einem Jahr damit, jemenitische Sicherheitskräfte im Anti-Terror-Kampf auszubilden.

Die somalische Islamisten-Organisation Al-Shabaab will die Al-Kaida im Jemen unterstützen.
Die somalische Islamisten-Organisation Al-Shabaab will die Al-Kaida im Jemen unterstützen.(Foto: REUTERS)

Die USA und Großbritannien wollen nach eigenen Angaben den gemeinsamen Anti-Terrorkampf im Jemen und auch in Somalia verstärken. In dem ostafrikanischen Land sei eine "größere Friedenssicherungstruppe erforderlich", sagte Premierminister Brown. Die USA und Großbritannien würden sich dafür im UN-Sicherheitsrat einsetzen. Derzeit sind etwa 5300 Soldaten der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) in dem nordostafrikanischen Land stationiert und bilden ein Gegengewicht zur bewaffneten islamischen Opposition.

Anti-Terror-Einheit der Polizei

Das Büro des britischen Premierministers Gordon Brown erklärte, zu den mit US-Präsident Barack Obama vereinbarten Maßnahmen gehöre die gemeinsame Finanzierung einer Sondereinheit der Polizei zur Terrorabwehr im Jemen. Außerdem solle die jemenitische Küstenwache mehr Unterstützung erhalten.

Brown hatte vorgeschlagen, parallel zur Afghanistan-Konferenz am 28. Januar in London ein internationales Treffen zum Jemen abzuhalten. Obama machte am Samstag erstmals direkt die Al-Kaida-Organisation im Jemen für den Anschlagsversuch auf ein US-Flugzeug verantwortlich, der am ersten Weihnachtsfeiertag vereitelt worden war. Zuvor hatte die somalische Schabaab-Miliz angekündigt, ihre Kämpfer würden den Golf von Aden überqueren und an der Seite von Al-Kaida im Jemen gegen die "Feinde Allahs" kämpfen.

Bilderserie

Wie die amtliche jemenitische Nachrichtenagentur Saba meldete, traf der für den Irak und Afghanistan zuständige US-General David Petraeus in Sanaa den jemenitischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh und bekräftigte die Unterstützung seines Landes beim Anti-Terror-Kampf. Petraeus habe eine Botschaft Obamas überbracht, in der es um die Zusammenarbeit beider Länder im Kampf gegen Terrorismus und Piraterie ging. Petraeus habe dem Land zu seinen "erfolgreichen Operationen" gegen das Terrornetzwerk Al-Kaida gratuliert.

Quelle: n-tv.de

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