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John Allen sagt, die Ermittlungen gegen ihn hätten seiner Frau geschadet.
John Allen sagt, die Ermittlungen gegen ihn hätten seiner Frau geschadet.(Foto: REUTERS)

Allen will Nato-Truppen nicht führen: US-General verzichtet auf Amt

Der US-General Allen gibt seine militärische Karriere auf. Der 59-Jährige will sich nach eigenen Angaben um seine schwer erkrankte Frau kümmern. US-Medien spekulieren allerdings schon seit Tagen, dass auch die Affäre rund um CIA-Chef Patraeus die Zukunft Allens bestimmt.

Der Vier-Sterne-General John Allen wird nicht der neue Oberbefehlshaber der Nato. Der 59-Jährige hat US-Präsident Barack Obama darum gebeten, seinen Rücktritt aus dem militärischen Dienst zu akzeptieren. Als Grund nannte er den Gesundheitszustand seiner Frau, die an einer Autoimmunkrankheit leidet. Obama nahm den Rücktrittswunsch an.

Der General war zuletzt Oberbefehlshaber der internationalen Truppen in Afghanistan. Anfang Februar hatte er in Kabul das Kommando an seinen Nachfolger Joseph Dunford übergeben. Das Weiße Haus hatte Allen als Nachfolger von US-General James Stavridis an der Spitze des NATO-Hauptquartiers in Brüssel vorgesehen. Dass es dazu nicht kommen würde, kündigte sich aber schon in der vergangenen Woche an.

Rückzug keine Überraschung

Anfang des Jahres war Allen in eine E-Mail-Affäre um den früheren CIA-Chef David Petraeus verwickelt. Obwohl eine Untersuchungskommission des Pentagon ihn Ende Januar von jedem Fehlverhalten freisprach, hinterließ die Affäre Spuren. Allen soll eine wahre Flut von E-Mails an eine Freundin der Familie Petraeus geschrieben haben.

Schon in der vergangenen Woche hieß es bei NBC darum, dass Allen vermutlich seine Kandidatur zurückziehen werde. Als Grund nannte  der Sender, er wolle seine Familie ein Bestätigungsverfahren im Senat ersparen, in dem die E-Mails sicher erneut eine Rolle spielen würden. Wie die "Washington Post" berichtet, sagte Allen kürzlich, die Untersuchungen hätten dem Gesundheitszustand seiner Frau geschadet.

Die Nato "respektiert" den Rückzug Allens. Das teilte Sprecherin Oana Lungescu mit. Die USA müssten nun einen neuen Kandidaten bestimmen. "Die Auswahl ist eine nationale Entscheidung", erklärte Lungescu. Über den Vorschlag würden die 28 Nato-Staaten dann beraten.

Allens Rücktritt gilt allerdings als ein weiterer Rückschlag für Obama bei der Besetzung wichtiger Posten rund um das Militär. Die Nominierung des Verteidigungsministers Chuck Hagel war vom Senat abgelehnt worden, General Petraeus war im Zuge des Mail-Skandals als CIA-Chef zurückgetreten.

Quelle: n-tv.de

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