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Obama wird von Peres (l.) und Netanjahu begrüßt. Alle drei setzen auf Frieden mit dem palästinensischen Nachbarn.
Obama wird von Peres (l.) und Netanjahu begrüßt. Alle drei setzen auf Frieden mit dem palästinensischen Nachbarn.(Foto: dpa)

Obama auf schwieriger Nahost-Mission: US-Präsident setzt auf Frieden

Präsident Obamas Nahostreise verspricht kaum konkrete Ergebnisse. Doch bei seinem ersten Besuch in Israel als US-Präsident will er die Basis für künftige Fortschritte im Friedensprozess legen. Zunächst besichtigt er aber die israelische Raketenabwehr "Iron Dome".

Bei der Landung der Präsidentenmaschine in Tel Aviv.
Bei der Landung der Präsidentenmaschine in Tel Aviv.(Foto: dpa)

US-Präsident Barack Obama hat zu Beginn seines Israel-Besuchs die "unverbrüchliche Bindung" zwischen den USA und Israel bekräftigt. "Die USA stehen dem Staat Israel bei, weil dies in unserem eigenen nationalen Sicherheitsinteresse liegt", sagte Obama unmittelbar nach seiner Ankunft auf dem Ben-Gurion-Flughafen von Tel Aviv. Er ging dabei allerdings nicht auf konkrete Bedrohungen Israels ein und nannte auch das iranische Atomprogramm nicht beim Namen.

Allerdings besuchte er am Flughafen zunächst die israelische Raketenabwehr "Iron Dome". Eine Batterie des von Israel entwickelten und von den USA mitfinanzierten Abwehrsystems wurde eigens zum Ben-Gurion-Airport verlegt.

Ein Abwehreinheit des Systems "Iron Dome" wurde extra zum Flughafen geschafft.
Ein Abwehreinheit des Systems "Iron Dome" wurde extra zum Flughafen geschafft.(Foto: AP)

"Iron Dome" gilt als ein Symbol für die amerikanisch-israelische Kooperation im Militärbereich und die Rolle der USA als Schutzmacht Israels. Obama wolle mit der Besichtigung ein Zeichen setzen, dass die USA weiterhin fest an der Seite Israels stünden, schrieben israelische Medien.

Obama forderte Frieden zwischen Israel und seinen Nachbarn. Dabei verwies er auf die historischen Wurzeln Israels in der Region. Bereits vor 3000 Jahre habe das jüdische Volk hier gelebt. "Die Gründung des jüdischen Staates (nach dem Zweiten Weltkrieg) war eine einzigartige Wiedergeburt in der Geschichte", sagte Obama.

Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu betonte seinerseits, dass auch Israel "Frieden mit unseren palästinensischen Nachbarn" wolle. Er hatte gemeinsam mit Präsident Schimon Peres Obama auf dem Flughafen begrüßt. Es ist Obamas erster offizieller Israel-Besuch, der ihn auch in die Palästinensergebiete und am Freitag nach Jordanien führt.

Palästinensische Demonstranten erinnern Obama an große Worte der US-Politik
Palästinensische Demonstranten erinnern Obama an große Worte der US-Politik(Foto: REUTERS)

Netanjahu dankte Obama für die politische, finanzielle und militärische Unterstützung. Militärische Stärke sei der Schlüssel für einen stabilen Frieden. Auch Peres pries Obama als verlässlichen Freund Israels. "In Zeiten des Friedens und in Zeiten des Krieges ist Ihre Unterstützung unerschütterlich", sagte Peres. Zugleich betonte auch er den Wunsch seines Landes nach Frieden. "Wir sehnen uns nach Frieden mit den Palästinensern", sagte der 89-Jährige.

Goodwill-Reise ohne Friedensplan

Mit Spannung wurde vor allem ein mehr als zweistündiges Gespräch Obamas mit Netanjahu am späten Nachmittag sowie eine anschließende gemeinsame Pressekonferenz in Jerusalem erwartet.

Viele Israelis nehmen Obama übel, dass er zum Beginn seiner Präsidentschaft einen Stopp des Siedlungsbaus forderte und sogar kurz auf den Erzfeind Iran zuzugehen schien. Das Verhältnis Obamas zu Netanjahu gilt als gespannt. Der Premier hatte sich im US-Wahlkampf hinter den Republikaner Mitt Romney gestellt. Allerdings überlappen sich die strategischen Interessen beider Staaten, insbesondere was den Atomstreit mit dem Iran und die Lage in Syrien angeht. Hinter vorgehaltener Hand ist in Obamas Umgebung von einer "Goodwill-Reise" die Rede mit dem vorrangigen Ziel der Klimaverbesserung.

Am Donnerstag zu Abbas und Fajad

Nach den Gesprächen mit Peres und Regierungschef Netanjahu trifft Obama am Donnerstag in Ramallah den Palästinenserpräsidenten Mahmud Abbas und dessen Ministerpräsidenten Salam Fajad.

Als Höhepunkt der Reise gilt eine Rede Obamas vor Studenten in Jerusalem. Zwar hatten israelische Abgeordnete den Präsidenten aufgefordert, vor dem Parlament zu sprechen. Die Knesset ist jedoch für Zwischenrufe und lautstarke Kommentare bekannt, die das US-Präsidialamt vermeiden möchte. Weiter auf dem Programm stehen ein Besuch am Grab von Theodor Herzl, dem Begründer des modernen politischen Zionismus, sowie eine Besichtigung der Schriftrollen vom Toten Meer. Obama hatte als Senator 2008 Israel besucht.

Am Freitag bei der letzten Station der knapp viertägigen Nahostreise stehen Gespräche mit Jordaniens König Abdullah II. in Amman auf dem Terminplan.

Quelle: n-tv.de

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