Donnerstag, 27. August 2009
Bericht über Einflussnahme: US-Propaganda aus Afghanistan?
US-Soldaten im Kampfeinsatz: Die Armee möchte offenbar beeinflussen, wie über den Einsatz in Afghanistan berichtet wird.
(Foto: REUTERS)
Das US-Verteidigungsministerium hat nach einem Pressebericht eine PR-Firma beauftragt, die Berichterstattung von US-Journalisten aus Afghanistan zu beeinflussen. Die Firma Rendon Group habe im Auftrag des Pentagon Journalisten, die die US-Truppen in Afghanistan begleiten wollten, bewertet, berichtete die Armeezeitung "Stars and Stripes". Ihre bisherige Berichterstattung sei als "positiv", "negativ" oder "neutral" bewertet worden. Zudem gab die PR-Firma demnach Tipps, wie das Pentagon die Berichte der Journalisten im Feld, der sogenannten "embedded journalists" ("Eingebundene Journalisten"), aus Afghanistan beeinflussen könne.
In einer Akte über einen Journalisten wurde dessen Berichterstattung laut "Stars and Stripes" als "neutral bis positiv" eingestuft. Eventuelle negative Berichte könnten bei ihm "neutralisiert" werden, indem er Zitate von Armeevertretern bekomme. Über einen Fernsehreporter wurde dem Bericht zufolge festgehalten, dass er einen "subjektiven Standpunkt" einnehme. Mit Informationen über einen erfolgreichen Einsatz könne er zu einer positiven Berichterstattungen gebracht werden.
Pentagon dementiert
Der Internationale Journalistenverband (IFJ) verurteilte das Vorgehen des Pentagons. Die Einstufung von Journalisten widerspreche der Behauptung, "dass die Armee daran interessiert ist, Journalisten dabei zu helfen, frei zu arbeiten", erklärte der Verband in Brüssel.
Pentagon-Sprecher Bryan Whitman wies den Bericht zurück. Das Verteidigungsministerium bewerte Journalisten nicht danach, wie gefällig sie in ihren Berichten seien, sagte er. Zuvor hatte er erklärt, einziger Maßstab bei der Bewertung von Journalisten sei die Exaktheit ihrer Berichte.
In der US-Bevölkerung hat die Zustimmung für den Afghanistan-Einsatz abgenommen. In einer kürzlich veröffentlichten Umfrage gaben 51 Prozent der Befragten an, der Einsatz sei das Kämpfen nicht wert.
AFP
Hintergründe zur Nachricht
Politik
-
Zwickauer Terror-Zelle
BKA soll Daten gelöscht haben
-
Sieg bei Konservativen-Konferenz, Santorum Zweiter
Romney gewinnt CPAC-Wahl
-
US-Haushalt 2013
Obama will Geld von Reichen
-
Regime verstärkt Angriffe auf Homs
Al-Kaida sickert in Syrien ein
-
Chemie hilft beim Lernen
Hunderttausende Kinder gedopt
-
Ramsauers Reformpläne
Keine Amnestie für Punktesünder
-
Adolf Sauerland droht die Abwahl
Aus für den Unsichtbaren?
-
Arbeit an Lebenserwartung anpassen
Forscher erwarten Rente mit 72
-
"Wir haben Videos aus seiner Unizeit."
Radikaler droht Obama
-
"Wir haben Videos aus seiner Unizeit"
Radikaler droht Obama
-
"Klare Verhältnisse"
Seehofer setzt auf Lagerwahlkampf
-
Kleine Nettigkeiten für Politiker
Strengere Regeln gefordert
