Politik

Tausende in Pakistan verschleppt?: US-Regierungsbeamte besorgt

Die Vorwürfe sind schwer: Nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen sollen pakistanische Sicherheitskräfte tausende Zivilisten verschleppt und möglicherweise auch einige gefoltert und getötet haben. US-Regierungsbeamte sind einem Medienbericht zufolge beunruhigt, der pakistanische Geheimdienst wiegelt ab.

Pakistanische Paramilitärs.
Pakistanische Paramilitärs.(Foto: AP)

Die USA befürchten, dass Pakistan unter dem Deckmantel des Kampfes gegen radikal-islamische Taliban gegen Separatisten in der Provinz Baluchistan vorgeht. Das berichtet die "New York Times" unter Berufung auf einen Bericht des US-Außenministeriums vom 23. November.

Nach Schätzungen von Menschenrechtsgruppen hätten pakistanische Sicherheitskräfte in den vergangenen zehn Jahren tausende Zivilisten gefangen genommen und an unbekannte Orte verschleppt. Möglicherweise sei auch gefoltert und getötet worden. Wie Ali Dayan Hasan, der für die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch arbeitet, der "New York Times" sagte, sei das Verschwindenlassen von Person alltäglich in Pakistan. Zugleich würden die Angehörigen bedroht und eingeschüchtert, so dass sie sich nicht trauten, an die Öffentlichkeit zu gehen.

"Verschwundene Pakistani - unschuldige und schuldige gleichermaßen - sind in ein legales schwarzes Loch gefallen", hieß es bereits 2007 in einer Mitteilung der US-Botschaft in Islamabad, die der Internetplattform Wikileaks zugespielt worden war. Baluchistan ist die größte der vier Provinzen Pakistans. Die wichtigsten Ethnien der Region sind Belutschen, Paschtunen und Brahui.

Unbewaffnete Taliban getötet

Weiter wird in dem Bericht des State Departments die Sorge geäußert, dass pakistanische Militärs unbewaffnete Taliban-Mitglieder getötet haben könnten, statt sie vor Gericht zu stellen. US-Regierungsbeamte sind dem Bericht zufolge der Ansicht, dass Pakistan nach wie vor nur "begrenzte Fortschritte" in Sachen Menschenrechte mache. Die Vorwürfe dürften die ohnehin schwierigen Beziehungen zwischen denn USA und Pakistan weiter belasten.

Mitarbeiter des pakistanischen Geheimdienstes nennen dem Zeitungsbericht zufolge die Zahl der Inhaftierten übertrieben. Dass Häftlinge ohne Verfahren festgehalten würden, entschuldigten sie mit der schwachen Justiz und oftmals unzureichenden polizeilichen Ermittlungen.

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Quelle: n-tv.de

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