Politik
Werbung auf Gingrichs Webseite: Obama, wie er sich vor den Scheichs verbeugt.
Werbung auf Gingrichs Webseite: Obama, wie er sich vor den Scheichs verbeugt.(Foto: newt.org)

"50 Cent pro Liter möglich": Gingrich spielt die Tank-Karte

von Sebastian Schöbel

In Arizona und Michigan kann er nicht gewinnen, um seinen Heimatstaat Georgia muss Gingrich kämpfen. Seine neue Strategie: Er verspricht niedrige Benzinpreise und setzt dafür ganz auf nationale Ölförderung.

Die neuesten Umfragen

Vorwahlen am 28. Februar

Arizona, in Prozent
Mitt Romney: 36
Rick Santorum: 32
Newt Gingrich: 18
Ron Paul: 6
Quelle: CNN/Time

Michigan, in Prozent
Mitt Romney: 34
Rick Santorum: 38
Newt Gingrich: 10
Ron Paul: 9
Quelle: Rasmussen Reports

"Bohr hier, bohr jetzt, zahl weniger", lautet der Slogan von Newt Gingrichs neuer Sprit-Kampagne. Ein Spruch, der an Sarah Palins "Drill, baby, drill" aus dem Jahre 2008 erinnert. Wie schon Palin damals will Gingrich sämtliche Ölquellen der USA ausbeuten, darunter in Naturschutzgebieten von Alaska und im Golf von Mexiko. Außerdem will Gingrich die "Keystone XL"-Ölleitung bauen lassen, die Präsident Barack Obama im November auf Druck von Naturschützern, und wegen politischer Querelen mit den Republikanern, stoppte.

"Die hohen Spritpreise sind ein direktes Resultat von Obamas Politik", sagte Gingrich nun in einem Fernsehinterview. Er erinnert an frühere Aussagen von Obama und seinem Energieminister, die erklärt hatten, dass der Benzinpreis in den USA auf europäische Werte klettern solle. "Das wären acht bis zehn Dollar pro Gallone (über 2 Euro pro Liter)", so Gingrich.

1 Liter Benzin für 50 Cent

Das Weiße Haus widersprach der Darstellung umgehend. Tatsächlich sei die nationale Ölförderung unter Obama angestiegen, so Sprecher Jay Carney. Drastische Lösungen zur Preissenkung kämen von "Politikern, die unter Umständen nicht wissen, wovon sie reden", sagte Carney.

Gingrich aber hält einen Preis von rund 50 Euro-Cent pro Liter durchaus für möglich. Erreicht werden soll das unter anderem durch Bürokratieabbau, die Abschaffung der Umweltschutzbehörde und die Ausbeutung der Ölvorkommen in den USA. Der Verkauf von Förderrechten soll auch zur Finanzierung von Erneuerbaren Energien eingesetzt werden. Das Hauptaugenmerk aber liegt auf dem schwarzen Gold: "Nicht verbeugen, bohren" fordert Gingrich auf seiner Webseite, dazu ein Bild von Obama mit Saudi-Arabiens König Abdullah. Das Foto sorgte schon 2009 für Aufregung: Konservative warfen Obama damals vor, sich vor den Saudis zu verbeugen.

Petition an Obama

Die Kosten an der Tankstelle könnten durchaus zum Wahlkampfthema werden. Die Preise sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen und könnten im Sommer über die Marke von 4 Dollar pro Gallone klettern, etwa ein Euro pro Liter. Mit einer Facebook-Petition will Gingrich nun Druck auf Obama ausüben. Eine seiner drei Forderungen: Die Ölförderung im Golf von Mexiko solle auf das Niveau "vor Macando" erhöht werden.

Ein Begriff, der den wenigsten Wählern etwas sagen dürfte, dabei steht das Ölfördergebiet Macando für eine der größten Umweltkatastrophen in der US-Geschichte: 2010 versank hier die Ölplattform "Deepwater Horizon".

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Quelle: n-tv.de