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Es war auch die Siegernacht der Michelle Obama.
Es war auch die Siegernacht der Michelle Obama.(Foto: REUTERS)

"Mom-in-Chief" im Weißen Haus: Michelle Obama beliebter als ihr Mann

Barack Obama ist ohne seine Frau Michelle kaum denkbar, sie ist viel mehr als die moderne Frau an seiner Seite und die Mutter seiner Töchter. In Umfragen löst sie sogar noch größere Begeisterung aus als ihr gerade wieder gewählter Mann.

Der Anteil von Michelle Obama am Wahlsieg ihres Mannes ist kaum hoch genug anzusetzen. Deutlich populärer als Präsident Barack Obama, hat sich die 48-jährige frühere Anwältin nach dem Einzug ins Weiße Haus schnell mit ihrer Rolle als First Lady angefreundet. Im Volk kommt sie gut an. Auch viele Wähler, die nun nicht für Barack Obama gestimmt haben, dürften gegen vier weitere Jahre Michelle nichts einzuwenden haben. Die erste afroamerikanische Präsidentengattin sieht sich als Repräsentantin der Menschen in den USA und "Mom-in-Chief" mit zwei Töchtern im Teenageralter.

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In einer Umfrage der "Washington Post" äußerten sich 67 Prozent positiv über die First Lady - der Wert des Präsidenten lag zwölf Prozentpunkte niedriger. "Sie ist eine sehr beliebte First Lady", sagt Anita McBride, die einst im Stab der Präsidentengattin Laura Bush arbeitete und nun an der American University lehrt. "Sie ist sehr effektiv gewesen, ihre Rolle zu nutzen, um einen Unterschied bei den Themen zu machen, um die sie sich kümmert."

Öffentlichkeitswirksame Aktionen

In den vergangenen Jahren engagierte sich Michelle Obama für Familien von Militärangehörigen und im Kampf gegen Fettleibigkeit. Im Frühjahr 2009 legte sie einen 100 Quadratmeter großen Gemüsegarten im Weißen Haus an und lädt seitdem regelmäßig Schüler ein, die Pflanzungen zu vergrößern. Etwa ein Jahr später startete Obama ihre Kampagne "Let's Move", mit der sie junge Menschen zu einem gesünderen und aktiveren Lebensstil bewegen will.

Die First Lady wurde in einem mehrheitlich von Schwarzen bewohnten Arbeiterviertel in Chicago groß. Mit Fleiß, Intelligenz und Zielstrebigkeit schaffte sie den Aufstieg - eine Lebensgeschichte, wie sie die Amerikaner lieben. Sie hieß noch Michelle LaVaughn Robinson, als sie Soziologie und Jura an den Eliteunis Princeton und Harvard studierte. Nach dem Abschluss Ende der 80er Jahre fand sie einen Job bei einer renommierten Anwaltskanzlei in Chicago. In dieser Zeit lernte sie auch ihren späteren Mann Barack kennen, der damals noch Student in Harvard war und in ihrer Kanzlei ein Praktikum absolvierte.

In seinem Buch "The Audacity of Hope" erzählt Obama, dass er Michelle nur mit großer Mühe davon überzeugen konnte, mit ihm auszugehen. "Schließlich habe ich sie mürbe gemacht", schrieb er. Das Paar heiratete 1992 und bekam zwei Töchter, Malia und Sasha. Vor dem Wechsel ins Weiße Haus verdiente Michelle als Krankenhausmanagerin mehr als ihr Mann als Senator in Washington.

Mehr als nur die Ehefrau

Als Politikerfrau musste sie ihre eigenen Ambitionen zurückstellen. Anfänglich soll Michelle Obama den Plänen ihres Mannes, sich um das Amt des Präsidenten zu bewerben, skeptisch gegenübergestanden haben - auch aus Angst um die beiden kleinen Töchter. Die "New York Times"-Journalistin Jodi Kantor beschreibt in ihrem Buch "The Obamas", wie Michelle zunächst mit der neuen Rolle und den damit verbundenen Einschränkungen zu kämpfen hatte. Angeblich gab es auch Spannungen mit dem Beraterkreis des Präsidenten, weil sich die First Lady zu stark in die Politik einmischen wollte.

In einem Fernsehinterview wies Michelle Obama diese Darstellung Anfang des Jahres zurück, auch das Weiße Haus dementierte. Im Kampf um eine zweite Amtszeit stand die First Lady fest an der Seite ihres Mannes. "Der Wahlkampf macht mir wirklich Spaß", versicherte sie dem Nachrichtensender CNN. Mit ihrer Rede auf dem Parteitag der Demokraten Anfang September konnte sie viele Sympathiepunkte für den Präsidenten sammeln.

Abseits der Politik ist Michelle Obama zu einer Stil-Ikone geworden. Bereits wenige Monate nach dem Einzug ins Weiße Haus hob die Modezeitschrift "Vogue" sie auf den Titel. "Sie sieht toll aus in unseren Kleidern", schwärmte auch die Designerin Tracy Reese, die das rosafarbene Brokatkleid entwarf, mit dem die First Lady auf dem Demokraten-Parteitag begeisterte.

Quelle: n-tv.de