Politik
Präsident Obama beim Zwischenstopp in Ohio am Mittwoch, einem der wichtigsten Bundesstaaten in der anstehenden Wahl.
Präsident Obama beim Zwischenstopp in Ohio am Mittwoch, einem der wichtigsten Bundesstaaten in der anstehenden Wahl.(Foto: AP)

Spenden hoch, Umfrage runter: Millionen-März für Obama

von Sebastian Schöbel

Zumindest über seine Finanzen muss sich Präsident Obama keine Sorgen machen: 53 Millionen hat er allein im März an Spenden eingenommen. Und eine Vielzahl neuer Geber gewonnen. In einer wichtigen Umfrage aber liegt Obama hinter Romney.

Wenn zwei Republikaner sich streiten, verdient Obama. So jedenfalls lautet das Spenden-Fazit vom März. Während sich Mitt Romney und Rick Santorum einen harten und vor allem teuren Schlagabtausch lieferten, sammelte der Mann im Weißen Haus fleißig Spenden.

Rund 53 Millionen US-Dollar hat Obama im März eingenommen. Das gab die Kampagne des Präsidenten jetzt in einem Webvideo bekannt. Insgesamt habe man 190.000 neue Spender dazu gewonnen. Besonders stolz aber ist das Obama-Team auf die vielen kleinen Beiträge: 97 Prozent der Spender hätten 250 Dollar oder weniger gegeben, so die Kampagne.

Obamas Kleinvieh-Kampagne

Finanz-Check der Kandidaten

Barack Obama

Mitt Romney

Übersicht: Das Millionen-Rennen

Das Spenden-Maximum für einen einzelnen Bürger liegt bei 2.500 Dollar. Damit hat die Mehrzahl der Obama-Unterstützer finanziellen einen langen Atem, denn gewählt wird erst im November.

Man wolle die Wiederwahl des Präsidenten "in Schritten von 5 bis 10 Dollar" schaffen, so Wahlkampfmanager Jim Messina. Damit knüpft das aktuelle Obama-Team an die Strategie von 2008 an, als man mit Hilfe vieler kleiner Einzelspenden den Sieg errang.

Zusammen mit der Demokratischen Partei hat Obama damit insgesamt rund 200 Millionen US-Dollar für den Wahlkampf gesammelt. Wobei die Schätzungen zum Teil stark auseinandergehen: Laut der angesehenen Tageszeitung "Washington Post" hat das demokratische Lager bereits fast 300 Millionen eingenommen, die US-Wahlbehörde verzeichnet für Obama jedoch bis Ende Februar nur knapp 160 Millionen.

Romney: Weniger Geld, bessere Zahlen

Vor seinem wahrscheinlichen Herausforder Mitt Romney aber liegt Obama allemal. Der nämlich hatte bis Ende Februar nur rund 75 Millionen Dollar in der Kasse, bei Ausgaben von 66 Millionen. Der lange und kostspielige Kampf gegen Mitbewerber Santorum hat ihm damit einen teuren Nachteil beschert. Allerdings sammelt er seit Anfang des Monats in Zusammenarbeit mit der Republikanischen Partei Spenden - rund 800 Millionen Dollar soll ihm das insgesamt einbringen.

Überhaupt dürfte Romney zurzeit gerade ganz zufrieden sein. Denn in einer aktuellen Umfrage des Gallup-Instituts liegt er im Direktvergleich mit Obama vorn: 47 Prozent der befragten Wähler würden Romney ihre Stimme geben, Obama kommt nur auf 45 Prozent Zustimmung. Noch deutlicher ist der Unterschied bei den unabhängigen Wählern, die beide Kandidaten heftig umwerben. 45 Prozent von ihnen würden heute Romney wählen, nur 39 Prozent Obama.

Es ist die erste von Gallups berühmten Tagesumfragen: Bis zum Wahltag wird das Institut nun täglich die Zustimmung für die beiden Hauptkandidaten messen. Dass Romney trotz der hart umkämpften Vorwahlen in Führung liegt zeigt, dass die Entscheidung im Herbst knapp werden könnte. Allerdings weisen die Experten von Gallup auch darauf hin, dass die Frühjahrszahlen selten den späteren Sieger vorhersagen.

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Quelle: n-tv.de