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In der Großen Halle des Volkes in Peking.
In der Großen Halle des Volkes in Peking.(Foto: REUTERS)

China hofft auf bessere Beziehung: "Neue US-Regierung muss lernen"

Die Reaktionen aus China zur Wiederwahl von US-Präsident Obama sind verhalten: Neben der obligatorischen Gratulation von der Staatsspitze ertönen auch scharfe Töne aus Peking. Kein Wunder: Etliche Entscheidungen der ersten Obama-Regierung verärgerten die Führung des aufstrebenden Staates.

Das Verhältnis zwischen China und den Vereinigten Staaten war zuletzt angespannt. Und das hört man nach der Wiederwahl Barack Obamas auch den Reaktionen aus Peking an. Neben den obligatorischen Gratulationen hieß es in einem Kommentar der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua: "Da die wirtschaftliche Verflechtung beider Nationen zunimmt, sollte eine neue US-Regierung vielleicht lernen, wie eine vernünftigere und konstruktive Beziehung zu China aufgebaut werden kann."

China und die USA entwickelten sich in den vergangenen Jahren zu verbissenen Gegenspielern. Auf der einen Seite stand mit den USA eine etablierte Weltmacht, auf der anderen ein aufstrebender Gigant. Die Geschichte zeigt, dass vergleichbare Konstellationen in der Vergangenheit stets zu Kriegen führten. Und auch bei China und den USA droht diese Gefahr.

USA streiten offen mit China : "Zwei Nationen versuchen etwas, das es in der Geschichte niemals vorher gegeben hat. Nämlich eine neue Antwort auf die Frage zu geben, was passiert, wenn eine etablierte Macht auf eine aufstrebende Macht stößt."

Wirtschaftsbeziehung als Friedensgarant

Bisher gelingt die "neue", friedliche Antwort. Auslöser von Verstimmungen waren bisher meist widerstrebende Wirtschaftsinteressen. So warfen die USA China vor, die Landeswährung Yuan sei Obama knöpft sich China vor . Zudem hatten die Amerikaner den chinesischen Herstellern von Solaranlagen vorgehalten, mit Dumpingpreisen den Markt aufzurollen und deswegen Strafzölle erlassen.

Für erhebliche Besorgnis sorgte allerdings die Entscheidung Obamas, die Militärpräsens im Asien-Pazifikraum zu erhöhen. Ziel sei es, die Zukunft der Region mitzugestalten, hatte Obama angekündigt. China betrachtet jedoch die Region als eigenes Einflussgebiet.

Trotz etlicher Querelen gelten die wirtschaftlichen Beziehungen der Staaten aber als Garant für ein weiterhin friedliches Miteinander. Und so hat der derzeitige Vizepräsident Xi Jinping, der als künftiger Präsident gilt, ebenso wie andere chinesische Spitzenpolitiker anerkannt, dass stabile US-chinesische Beziehungen von vitalem Interesse für China sind.

Peking hob wohl auch deshalb nach der US-Wahl hervor, dass bessere und dynamischere Beziehungen zwischen beiden Ländern vor allem in Handelsfragen nicht nur US-Investoren neue gewinnträchtige Geschäftsfelder öffnen, auch die schwache globale Konjunktur könnte einen Schub bekommen.

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Quelle: n-tv.de