Politik
Beim Besuch in Cleveland
Beim Besuch in Cleveland(Foto: AP)

Sex an der Urne: Obama-Spot soll Erstwähler locken

Von Sebastian Schöbel

Ein neuer Werbespot der Obama-Kampagne sorgt in den USA für Diskussionen. Darin werden Erstwähler aufgerufen, ihr "erstes Mal" mit Obama zu haben – also an der Wahlurne, versteht sich. Die Botschaft soll vor allem junge Frauen erreichen, könnte einige von ihnen allerdings auch verschrecken.

"Das erste Mal sollte etwas Besonderes sein", sagt Lena Dunham. "Du willst es mit einem großartigen Typen tun", einem "der Frauen versteht". Die 26-jährige Regisseurin und Schauspielerin ("Girls", HBO) mit dem feschen Kurzhaarschnitt und dem Tattoo auf dem rechte Arm kommt wie eine gute Freundin rüber, die einen wichtigen Rat fürs Leben hat. Nur ist nicht gleich klar, welcher genau das ist.

Es geht natürlich ums Wählen, nicht um Sex. Dunham (nicht verwandt mit Obamas Mutter Ann Dunham) ruft für die Obama-Kampagne in einem neuen Werbespot dazu auf, am 6. November für den amtierenden Präsidenten zu stimmen. Die Gründe dafür seien vielfältig, so Dunham: Er kümmere sich um die Gesundheitsversicherung, habe die Truppen aus dem Irak abgezogen und sich um die Gleichberechtigung verdient gemacht hat. Außerdem sei es nicht cool ständig gefragt zu werden, ob man gewählt hat, und man antwortet: "Nein, ich war noch nicht so weit."

Dunham, zuletzt für vier Emmys nominiert, hat ihr erstes Mal schon hinter sich. Damals war sie 22, und natürlich war es mit Obama. "Davor war ich ein Mädchen, danach eine Frau", schwärmt Dunham zum Schluss des Spots. Spätestens da könnte man zu der Meinung gelangen, der Sex-Vergleich wird ein klein wenig überstrapaziert.

Der 60-Sekünder soll vor allem junge Amerikaner ansprechen, besonderes gebildete Frauen mit Jobs und einer klaren Karriereplanung. Denn nur wenn die in Scharen zur Wahl gehen, wird Obama Präsident bleiben. Die Mehrzahl der männlichen Wähler unterstützt nämlich seinen Herausforderer Mitt Romney.

Quelle: n-tv.de