Politik

Werbung gegen Romney: Obama hilft Santorum

Das Obama-Lager will sein Glück offenbar erzwingen: Gleich zwei neue TV-Spots in Michigan sollen helfen, die Vorwahl am 28. Februar für Mitt Romneys Gegner Rick Santorum zu entscheiden. Denn für Romney wäre eine Niederlage in seiner Heimat am kommenden Dienstag ein Mega-Desaster.

"Made in America" heißt der Spot, den die Obama-Kampagne geschaltet hat. Darin wird an die milliardenschwere Rettung der Autoindustrie zwischen 2008 und 2009 erinnert, von der in Michigan laut Spot "eine Million Jobs" abhängen. Zwar wird erwähnt, dass alle republikanischen Kandidaten damals gegen die Rettung waren, doch der Fokus liegt vor allem auf Romneys Forderung von 2008, Detroit pleitegehen zu lassen. "Heute ist die Autoindustrie wieder da", sagt der Sprecher aus dem Off, belegt mit Pressezitaten über Absatzrekorde bei General Motors und Chrysler. "Keine Wetten gegen amerikanische Arbeiter", ruft Obama zum Schluss.

Der "Super PAC" haut drauf

Die neuesten Umfragen

Vorwahlen in Michigan

Rick Santorum: 36

Mitt Romney: 37

Ron Paul: 9

Newt Gingrich: 9

Unentschieden: 9

Quelle: Mitchell/Rosetta Stone

 

Aggressiver und vor allem negativer kommt der neue 30-Sekünder von "Priorities USA" daher. Der von Obama offiziell unterstützte "Super PAC" konzentriert sich darin ausschließlich auf Romney. Dessen Widerstand gegen das Rettungspaket für Michigans Autobauer wird in direkte Verbindung gebracht mit Romneys Arbeit für den Finanzinvestor Bain Capital. Damals habe er laut Medienberichten "ein Vermögen verdient, indem er Firmen zerstörte" und sei auch dann reich geworden, "wenn Firmen untergingen". "Sind das die Werte, die wir von einem amerikanischen Präsidenten sehen wollen?", fragt der Spot zum Schluss.

Der negativere Spot wird in Michigan deutlich öfter im Fernsehen zu sehen sein. "Priorities USA" hat für rund 238.000 Dollar Sendezeit gekauft, fast sechsmal so viel wie die Obama-Kampagne. Der Präsident lässt trotz voller Kassen seinen Hilfstruppen den Vortritt, die Romney sehr viel härter angehen, als er es selber tut.

Einerseits zeigt das, welchen Plan Obama für die Wahl im Herbst verfolgt. Santorum ist ihm als Gegner deutlich lieber, trotz dessen Stärke bei konservativen Wählern. Romney hingegen könnte Obama auch bei moderaten Wählern gefährlich werden, deswegen soll er bereits in den Vorwahlen aufgehalten werden.

Andererseits zeigt die Zangentaktik von Michigan, dass auch Obama in den moralischen Niederungen des Wahlkampfes angekommen ist. Um selbst nicht zu negativ werden zu müssen, schickt er seinen "Super PAC" vor. Der haut kräftig drauf, unterstützt von anonymen Spendern - und mit dem stillen Segen des Präsidenten.

Quelle: n-tv.de