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Mit Sesamstraßenpuppen wollen Demonstranten für Obama werben.
Mit Sesamstraßenpuppen wollen Demonstranten für Obama werben.(Foto: REUTERS)

Auch Bibo unterstützt den Präsidenten: Obama in Swing-States vorne

Sie liegen gleich auf: Im Schnitt ergeben die Umfragen in den USA für beide Präsidentschaftskandidaten eine Zustimmung von jeweils 47 Prozent. Doch auch wenn Barack Obama weniger Stimmen bekommt als Mitt Romney, könnte er im Amt bleiben. Dafür kämpfen auch die Puppen der Sesamstraße.

Seine Ankündigung, nach einem Wahlsieg dem öffentlichen Rundfunk den Geldhahn zuzudrehen, ist dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten mit einem bunten Protestzug durch Washington erneut vorgehalten worden. Unter dem Motto "Marsch der Millionen Puppen" erinnerten einige hundert Demonstranten daran, dass auch die bei Kindern beliebte Serie "Sesamstraße" Romneys Vorhaben zum Opfer fiele.

Bibo protestiert gegen Mitt Romneys Pläne.
Bibo protestiert gegen Mitt Romneys Pläne.(Foto: REUTERS)

"Ich mag Big Bird", hatte der Republikaner vor einem Monat bei einem TV-Duell mit Präsident beteuert. Trotzdem sollten PBS, der die "Sesamstraße" ausstrahlt, und andere öffentlich-rechtliche Sender keine staatlichen Gelder mehr bekommen.

"Es geht nicht nur um die 'Sesamstraße'", sagte Michael Bellavia, der den Protestumzug mit organisierte. "Wir wollen das ganze Ökosystem der öffentlich-rechtlichen Medien unterstützen – alles beim Fernsehen über Radio bis hin zu allen Internet-Medien, die produziert werden." In den USA kommen derzeit 15 Prozent des Etats des öffentlich-rechtlichen Rundfunks von der Regierung in Washington, den Rest steuern Stiftungen und Einzelpersonen bei.

Romney will das Land einen

Obama brach zu einer Wochenend-Blitztour durch sieben Staaten mit gleich mehreren Stopps in Ohio auf. Romney begann seinen Sprint von Ost nach West in New Hampshire. Beide Kandidaten kündigten an, bis zur letzten Minute um jede Stimme zu kämpfen.

Bereits zuvor hatte sich für die letzten Wahlkampf-Tage eine Art Rollentausch angedeutet. So wie Obama vor vier Jahren präsentierte sich Romney auf Kundgebungen trotz scharfer Attacken gegen seinen Kontrahenten als ein Kandidat, der das politisch tief gespaltene Land einen will – ein Versprechen, das Obama damals ähnlich abgegeben hatte. Der Amtsinhaber selbst ging in die Offensive und machte klar, dass es für ihn Grenzen bei der Zusammenarbeit gibt. Die Spaltung des Landes sei unter Obama noch tiefer geworden, sagte Romney. Er selbst habe als Gouverneur von Massachusetts bewiesen, dass er bereit und fähig zur Zusammenarbeit sei.

Gleichstand mit Vorteilen für Obama

Der Fernsehsender CNN rechnete vor, dass jüngste Umfragen im Schnitt zwischen beiden Kandidaten einen Gleichstand von 47 zu 47 Prozent ergeben. Einer Erhebung von NBC und "Wall Street Journal" zufolge führt Obama im vielleicht wichtigsten Ohio mit 51 zu 45 Prozent. Auch im ebenfalls möglicherweise wahlentscheidenden Florida liegt Obama vorn, aber nur knapp mit 49 zu 47 Prozent. Die "New York Times" wies darauf hin, dass Obama in 19 von 22 Umfragen in den sogenannten Swing States die Nase vorn hat.

In den USA wird der Präsident nicht direkt gewählt, sondern durch ein Wahlmännergremium. Jeder Staat verfügt in diesem Gremium über eine bestimmte Zahl an Stimmen, die jeweils dem Sieger in dem betreffenden Staat zugesprochen werden. Es wäre also möglich, dass Romney landesweit zwar die meisten Stimmen erhält, aber Obama siegt, weil er in den entscheidenden Staaten gewonnen hat. Die magische Zahl für den Gesamtsieg liegt bei 270 Wahlmänner-Stimmen.

In zahlreichen Staaten haben die Wähler bereits seit Tagen die Möglichkeit, ihre Stimme persönlich in Wahllokalen abzugeben. In Florida bildeten sich lange Schlangen, vor allem im Süden zogen sie sich mancherorts über ganze Straßenblöcke hinweg. Die Wartezeiten betrugen oftmals zwei bis vier Stunden.

Quelle: n-tv.de