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Die Stimme seiner Frau hat Obama sicher.
Die Stimme seiner Frau hat Obama sicher.(Foto: dpa)

Kampf um Wählerinnen: Obama laufen die Frauen davon

Der Weg ins Weiße Haus führt über die Wählerinnen im Land. Obama und Romney buhlen gezielt um die Stimmen der Frauen. 54 Prozent der Wählerschaft sind Frauen, ebenso wie zwei Drittel aller Wechselwähler. Vor vier Jahren wählten viele Frauen Obama, das könnte diesmal anders sein.

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Sie gehörten vor vier Jahren zu den wichtigsten Unterstützern von Barack Obama, jetzt bringt ihre Zurückhaltung Unsicherheit in den Wahlkampf des Präsidenten: Bei den US-Frauen beträgt der Vorsprung des Demokraten gegenüber dem Republikaner Mitt Romney jüngsten Reuters/Ipsos-Umfragen zufolge gerade mal fünf Prozentpunkte. Bei Obamas Sieg über John McCain 2008 betrug der Abstand noch dreizehn Punkte. Bei einem knappen Ausgang könnten genau diese Prozente entscheidend sein.

(Hier der n-tv.de Liveticker zum Ablauf der Präsidentschaftswahl in den USA.)

Die Amerikanerinnen spielen eine zentrale Rolle im Wahlkampf. Nicht nur, dass sie eine Mehrheit unter den Wahlberechtigten stellen. In den USA nehmen auch sieben Prozent mehr Frauen als Männer an den Abstimmungen teil. Entsprechend haben sich beide Lager intensiv um ihre Stimmen bemüht. Dabei unterscheiden sich ihre Strategien allerdings deutlich.

Obama und seine Demokraten haben wiederholt Themen angesprochen, die sie als besonders interessant für Wählerinnen sehen wie Gesundheit, gleiche Bezahlung, das Recht auf Abtreibung oder ein Anspruch auf Verhütungsmittel, die von der Versicherung bezahlt werden. Die Republikaner werfen den Demokraten dagegen vor, mit diesem Ansatz die Frauen herablassend zu behandeln. Sie argumentieren, dass sich die Amerikanerinnen genau wie die Männer im Land zuallererst für Themen wie die Arbeitslosigkeit und die Wirtschaft interessieren.

Zu sehr auf Partikularinteressen konzentriert?

Einige Experten sehen hier tatsächlich einen Grund für den schwindenden Enthusiasmus der US-Bürgerinnen für ihren Präsidenten. Die Demokraten hätten sich sehr auf "die besonderen Sorgen von Frauen" konzentriert, erklärt Lara Brown von der Villanova University. "Ich frage mich, ob die Frauen, die zu Romney gewechselt haben, sich einfach nur sagen: 'Abtreibung und Geburtenkontrolle und gleiche Bezahlung, das sind nicht meine Themen - was mir mehr Sorge bereitet ist der Zustand und die Gesundheit der Wirtschaft als Ganzes'."

Trösten können sich die Demokraten damit, dass Obama in den kritischen "swing states" auf mehr Unterstützung der Frauen bauen kann, also genau in den Bundesstaaten, wo die Wahl entschieden werden dürfte. Einer Erhebung des Politikwissenschaftlers Richard Eichenberg von der Tufts University zufolge liegt Obama in Ohio bei den Frauen mit zwölf Prozentpunkten vor Romney. Experten gehen davon aus, dass Romney ohne einen Sieg in Ohio kaum einen Chance auf die Präsidentschaft hat.

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Quelle: n-tv.de