Politik
Obama besucht das Hauptquartier des nationalen Roten Kreuzes in Washington.
Obama besucht das Hauptquartier des nationalen Roten Kreuzes in Washington.(Foto: REUTERS)

Kein Wahlkampf ist auch Wahlkampf: Obama sagt Ohio ab

Am kommenden Dienstag fällt die Entscheidung, wer der nächste US-Präsident wird. Beide Kontrahenten, Amtsinhaber Obama und sein Herausforderer Romney, liegen in Umfragen gleich auf. Wichtig sind die unentschiedenen Wähler. In einem solchen Swing State, in Ohio, verzichtet Obama jetzt auf seinen Auftritt und schiebt Romney in die Zwickmühle.

Joe Biden reist mit der Air Force Two stellvertretend für Obama nach Columbus, Ohio.
Joe Biden reist mit der Air Force Two stellvertretend für Obama nach Columbus, Ohio.(Foto: AP)

US-Präsident Barack Obama hat wegen des Supersturms auf seinen Wahlkampfauftritt am Mittwoch in Ohio verzichtet. "Der Präsident wird in Washington bleiben, um den Umgang mit dem Wirbelsturm zu überwachen", teilte Regierungssprecher Jay Carney mit. Er wolle sicherstellen, dass "weiter alle Ressourcen" der Bundesebene zur Unterstützung der Bundesstaaten und der örtlichen Behörden zur Verfügung gestellt würden." Obama selbst drückte in einer Ansprache den Angehörigen der Sturmopfer sein Mitgefühl aus.

Dem sogenannten Swing State Ohio wird für die Wahl eine entscheidende Bedeutung beigemessen: Noch nie zog ein Republikaner ins Weiße Haus ein, ohne Ohio gewonnen zu haben. Der letzte demokratische Präsident ohne Sieg in Ohio war der im Jahr 1960 gewählte John F. Kennedy.

Mit Interesse wird jetzt die Reaktion von Obamas republikanischem Herausforderer Mitt Romney erwartet. Sollte er nachziehen und den Wahlkampf weiterhin aussetzen, könnte ihn dies schwächen. Eine Wiederaufnahme des Wahlkampfs könnte ihm hingegen als mangelnde Sensibilität ausgelegt werden.

Die Stellvertreter kämpfen an der Front

Derzeit treten nur die First Lady Michelle Obama, Vizepräsident Joe Biden und Ex-Präsident Bill Clinton für die Demokraten zu Wahlkampfzwecken auf. Auch der Republikaner Romney hat seinen Wahlkampf wegen des Sturms deutlich heruntergefahren, ohne ihn ganz auf Eis zu legen. Erwartet wird, dass er in Ohio keinen Wahlkampf eigentlichen Wahlkampf betreibt, sondern um Spenden für die "Sandy"-Opfer bitten wird. Die hatte er bereits am Montag im heißumkämpften Swing State Iowa getan.

Die große Frage, welchem der beiden Kandidaten der Wirbelsturm "Sandy" bis zur Entscheidung am 6. November tatsächlich mehr geholfen haben könnte, bleibt zwar weiter Anlass aufgeregter Spekulationen in den USA. Doch für schlüssige Antworten ist es noch zu früh. Aktuelle Umfragen zeigen beide Kandidaten ein einem engen Kopf-an-Kopf-Rennen.

Auch wenn beide Seiten jetzt mit Rücksicht auf die Opfer den Wahlkampf zu dämpfen scheinen, geht die Schlacht in Wahrheit auch in der Katastrophe weiter, nur nicht so laut.

Quelle: n-tv.de