Politik
Palin bleibt im Gespräch.
Palin bleibt im Gespräch.(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Auf Umwegen in den Wahlkampf?: Palin kokettiert mit Comeback

Der Kampf um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner ist weiterhin völlig offen. Weder Mitt Romney noch Rick Santorum kann sich vom Bewerberfeld absetzen. Da wittert Sarah Palin Morgenluft. Obwohl sie an den Vorwahlen gar nicht teilnimmt, könnte sie bei einer Kampfabstimmung auf dem Nominierungsparteitag im August antreten.

Der Super-Tuesday bringt kein klares Ergebnis. Mitt Romneys Hoffnungen, sich von den republikanischen Verfolgern abzusetzen, haben sich nicht bestätigt – auch wenn ihm Siege in sechs Staaten gelungen sind. Das weckt bei der "Grand Old Party" Geister, die schon lange als vertrieben galten. Denn wenn es keinen klaren Sieger gibt, könnte es beim Nominierungsparteitag im August eine Kampfabstimmung geben, bei der dann alles wieder offen wäre.

Der Nachrichtensender CNN bekam am Wahltag Sarah Palin vor die Kamera und fragte sie, ob sie denn im Falle des Falles bereit stünde, um die Republikaner in den Wahlkampf gegen Amtsinhaber Barack Obama zu führen. Die-Ex.Gouverneurin von Alaska antwortete vielsagend: "Alles ist möglich, ich schlage keine Türen zu, die vielleicht da draußen offen sind."

Bachmann hat es nicht gebracht

Und wenn es 2012 nichts wird, dann könnte die erst 48-Jährige womöglich 2016 einen Anlauf nehmen. Gegenüber CNN sagte sie: "Für einen Amerikaner ist alles möglich, und ich verwerfe keinen Plan, der sich derzeit meiner Kontrolle entzieht." Sie werde "alles ernsthaft in Betracht ziehen, was ich tun kann, um unserem Land zu helfen und die Dinge auf den richtigen Weg zurückzubringen".

Bilderserie

Eigentlich hatte Palin sich schon vor den Vorwahlen aus dem Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner verabschiedet. Anfang Oktober 2011 verkündete sie, sie habe diese Entscheidung "nach vielen Gebeten und ernsthaftem Nachdenken" getroffen. Als Vertreterin der populistischen Tea-Party-Bewegung ließ sie der damals populäreren Michele Bachmann den Vortritt. Bachmann wiederum warf schon nach der ersten Vorwahlentscheidung und einem miesen Ergebnis in Iowa das Handtuch.

Palin unterstützt - vorerst - Gingrich

Palin war im Jahr 2008 für den republikanischen Präsidentschaftskandidaten John McCain als Bewerberin für die Vizepräsidentschaft angetreten – wie bekannt gewann am Ende der Demokrat Barack Obama.
In den derzeit laufenden Vorwahlen der Republikaner ergibt sich auch nach ersten Ergebnissen des "Super Tuesday" kein klares Bild. Als Favorit gilt zwar weiter der Multimillionär und ehemalige Gouverneur von Massachusetts, Romney. Sein Konkurrent Rick Santorum, erzkonservativer Ex-Senator, ist ihm jedoch dicht auf den Fersen. Auch die weiter hinten liegenden Bewerber Newt Gingrich und Ron Paul hatten bereits erklärt, bis zum Parteitag im Spätsommer kämpfen zu wollen.

Vorerst bleibt Palin also noch aus dem Rennen. Von den aktuellen Präsidentschaftsaspiranten hat sich die Ex-Ikone der Tea Party im Übrigen für Frohsinn entschieden: "Ich werde ihnen sagen, für wen ich heute abend gestimmt habe: Für den Heiteren, und das ist Newt Gingrich", sagte Palin dem Fernsehsender Fox News. Gingrich hatte sich zuvor selbst als "den Heiteren" bezeichnet. "Ich erkenne an, wofür er steht", fügte Palinhinzu. Abzuwarten ist nun, ob Palins Unterstützung für Gingrich die Kandidaten Romney und Santorum in den noch anstehenden Vorwahlen schwächt, so dass das Rennen weiterhin offen bleibt.