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"Wir haben Videos aus seiner Unizeit"Radikaler droht Obama

11.02.2012, 13:51 Uhr
imagevon Sebastian Schöbel

Andrew Breitbart, einer der radikalsten Populisten der amerikanischen Rechten, hat Barack Obama mit Enthüllungsvideos aus dessen Jugend gedroht. Seine Ankündigung machte er bei der alljährlichen "Conservative Political Action Conference" (CPAC), einer Versammlung von Konservativen in der US-Hauptstadt Washington.

"Dieses Mal werden wir ihn überprüfen, bis zurück zu seiner Zeit an der Uni", so Breitbart, "und wir werden zeigen, wie radikale Spaltung und Klassenkampf 2008 zum Verkaufsargument von Hoffnung und Wandel wurden." Angeblich könne er mit Videos aus den 80er Jahren beweisen, dass sich Obama damals mit dem kommunistischen Aktivisten und Ex-Terroristen Bill Ayers getroffen habe. "Diese Videos werden an die Öffentlichkeit kommen", versprach Breitbart den Konservativen, "Barack Obama ist ein Radikaler."

Breitbart gehört zu den aggressivsten Konservativen in der US-Medienlandschaft: ein hasserfüllter, feuerspuckender Rechtsideologe, der den Occupy-Demonstranten schon mal Vergewaltigung vorwirft, Homosexuelle wüst beschimpft und Liberale als "totalitäre Freaks" darstellt. "Wir sind im Krieg", ist seine Hauptbotschaft. Und im von Fox News und rechts-konservativen Radiosendungen geprägten Universum ist Breitbart eine omnipräsente Macht. Mit fragwürdigen Methoden und kruden Verschwörungstheorien schürt er mal die Angst der Republikaner, mal ihre Wut.

Breitbart ist berüchtigt für seine pseudo-journalistische Enthüllungen. 2009 veröffentlichte er heimlich gedrehtes Filmmaterial, das angeblich illegale Handlungen bei der Hilfsorganisation ACORN zeigte. Die Organisation musste unter dem Druck der Öffentlichkeit schließen. Staatsanwaltliche Untersuchungen ergaben jedoch, dass das veröffentliche Videomaterial stark geschnitten wurde, und sich ACORN in Wirklichkeit nie strafbar gemacht hatte.

2010 erzwang Breitbart den Rücktritt von Shirley Sherrod, einer hochrangigen Mitarbeiterin des US-Landwirtschaftsministeriums. Angeblich hatte Sherrod, eine Afro-Amerikanerin, bei einem Auftritt vor Bürgerrechtlern zugegeben, dass sie einst weiße Farmer benachteiligt hatte. Als Bewies stellte Breitbart ein Videoausschnitt der Rede ins Netz. Das ungeschnittene Material zeigte jedoch später, dass Sherrod genau das Gegenteil gesagt hatte.

Beim CPAC-Treffen traten auch drei der vier verbliebenen republikanischen Präsidentschaftskandidaten auf. Mitt Romney, Newt Gingrich und Rick Santorum hielten am Freitag Reden, in denen sie um die Stimmen der Konservativen warben. Am Samstag findet eine Abstimmung der CPAC-Teilnehmer statt. 2008 gewann der Libertäre Ron Paul diese "Straw Poll" - dieses Jahr hat der das Treffen hingegen ausgelassen.

"Mir ist egal, wer der Kandidat wird", rief Breitbart seinen jubelnden Zuhörern zum Schluss seiner Rede zu. Er wolle mit jedem gegen die "progressive Linke kämpfen". "Und wenn ihr nicht mitmacht, nur weil euch der Kandidat nicht passt, schämt euch."

Quelle: ntv.de