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Die Zahl der Vorwahl-Siege von Mitt Romney wächst.
Die Zahl der Vorwahl-Siege von Mitt Romney wächst.(Foto: REUTERS)

Sieg bei CPAC-Konferenz und in Maine: Romney gewinnt doppelt

von Sebastian Schöbel

Der gejagte Spitzenreiter kämpft sich frei: Erst gewinnt Romney eine wichtige Mini-Abstimmung der Konservativen, dann die Vorwahl im Bundesstaat Maine. Trotzdem bleibt ihm Santorum auf den Fersen - und der Libertäre Ron Paul setzt auf fragwürdige Tricks.

Es sind Tage des Durchatmens für Mitt Romney: Nach drei bitteren Niederlagen gegen Rick Santorum hat der Ex-Gouverneur nun die Vorwahl im US-Staat Maine gewonnen. Romney konnte 39 Prozent der Stimmen auf sich vereinen. Rick Santorum und Newt Gingrich, hatten in dem bevölkerungsmäßig kleinen Bundesstaat kaum Wahlkampf betrieben und waren nur auf die Plätze drei und vier gekommen.

Auf den zweiten Platz kam der Kongressabgeordnete Ron Paul mit 36 Prozent der Stimmen. Für den Libertären ist das jedoch eine Niederlage, er hatte in maine intensiv Wahlkampf betrieben und sich gute Chancen auf den Sieg ausgerechnet. "Heute haben wir eine doppelte Bestätigung dafür bekommen, wie sehr das Establishment [der Republikaner] Ron Paul fürchtet", sagte Pauls Wahlkampfmanager John Tate.

Doppelt, weil Romney zuvor bereits die Mini-Wahl der Konservativen-Konferenz "CPAC" in Washington D.C. gewonnen hatte. Er bekam 38 Prozent der Stimmen. Rick Santorum wurde Zweiter mit 31 Prozent, gefolgt von Newt Gingrich mit 15 Prozent und Ron Paul mit 12 Prozent. Paul hatte die Abstimmung der jährlich stattfindenden Konferenz in den letzten beiden Jahren gewonnen, nahm in diesem Jahr aber nicht teil - um sich auf Maine zu konzentrieren.

Für Romney sind es die ersten - wenn auch kleinen - Erfoleg nach einer Serie von Niederlagen. Er hatte sich in seiner Rede vor CPAC-Teilnehmern am Freitag als "streng konservativ" empfohlen, und seine Botschaft scheint auf offene Ohren gestoßen zu sein. Zwar beschwerten sich konservative Kommentatoren wie Rush Limbaugh über Romneys allzu bemühte Wortwahl, doch das Romney-Lager verbucht CPAC als Erfolg. "Ich bin froh dass so viele Freunde mit mir übereinstimmen, dass wir einen konservativen Wandel brauchen", twitterte seine Kampagne am Samstagabend.

Allerdings belegt die CPAC-Abstimmung auch Santorums Aufstieg der letzten Wochen. Der ehemalige Senator von Pennsylvania versucht sich als konservative Alternative zu Romney zu etablieren. In den aktuellen Umfragen hat er inzwischen Newt Gingrich hinter sich gelassen und schließt zu Romney auf. Ron Paul liegt in den Umfragen weit zurück.

Allerdings hat das Paul-Lager ohnehin eine ganz eigene Art, die bisherigen Vorwahlen zu werten. Nach eigenen Angaben gewinnen sie fast täglich neue Delegierte, weil sie eine Lücke im republikanischen Regelwerk ausgemacht haben. Sie konzentrieren sich darauf, die bisher ungebundenen Delegierten für Paul zu gewinnen. Denn in den meisten Bundesstaaten können die gewählten Delegierten ihre Meinung noch ändern. Theoretisch hat Pauls Kampagne damit bis zum Nominierungsparteitag im August Zeit. Paul könnte damit in Wirklichkeit mehr Delegierte hinter verschlossenen Türen gewinnen, als ihm nach den offiziellen Wahlergebnissen der Bundesstaaten zustehen.

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Quelle: n-tv.de