Politik
Mitt Romney muss zähneknirschend seinen Fehler eingestehen
Mitt Romney muss zähneknirschend seinen Fehler eingestehen(Foto: REUTERS)

47 Prozent der USA sind sauer: Romney leistet Abbitte

"Was scheren mich die Armen", so lautet der Subtext einer heimlich mitgeschnittenen Aussage von US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney. Er wolle die 47 Prozent der US-Amerikaner, die keine Steuern zahlen, einfach außer Acht lassen. Dass das ein Fehler im Kampf ums Weiße Haus war, ist dem Republikaner jetzt auch aufgegangen.

Die 47 Prozent

Die Zahl stimmt gar nicht: Nach Angaben des überparteilichen "TaxPolicy Center" zahlen nicht 47, sondern 46,4 Prozent der Haushalte keineEinkommensteuer. Die "New York Times" weistdarauf hin, dass die Hälfte dieser 46,4 Prozent deshalb keineEinkommensteuer bezahlen, weil sie schlicht zu arm seien. Die andere Hälfteprofitiere von Steuererleichterungen. Betroffen seien hier vor allem ältereBürger und Familien mit geringen Einkommen. "Um es deutlich zu sagen, diessind keine Haushalte, die sich vor ihren steuerlichen Verpflichtungendrücken." (hvo)

Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney hat seine umstrittene Äußerung über Anhänger von Amtsinhaber Barack Obama zurückgenommen. "In diesem Fall habe ich etwas völlig Falsches gesagt", erklärte Romney im US-Fernsehen.

Romney hatte im Mai bei einer Spendengala gesagt, dass 47 Prozent der US-Wähler von der Regierung abhängig seien und deshalb bei der Wahl am 6. November nicht für ihn stimmen würden. Er bezog sich dabei auf jenen Anteil an der Bevölkerung, der keine Einkommenssteuer zahlt.

Der heimlich per Video aufgezeichnete Satz wurde im September auf der Internetseite des linksgerichteten Magazins "Mother Jones" veröffentlicht. Der Clip entwickelte sich zu einem der größten Handicaps für Romney im Kampf um den Einzug ins Weiße Haus. Nach dem Bekanntwerden hatte Romney seine Äußerungen nur als etwas ungeschickt bezeichnet, sie aber nicht zurückgenommen.

Beim jüngsten TV-Duell nutzte Präsident Obama zur Überraschung vieler Anhänger nicht die Gelegenheit, Romneys Wahlkampf-Patzer anzusprechen. Bei dem ersten öffentlichen Schlagabtausch zwischen den beiden Kontrahenten machte Romney nach Einschätzung der meisten Beobachter eine bessere Figur, was sich auch in jüngsten Umfragen niederschlug.

Demnach machte der ehemalige Hedgefonds-Manager und Ex-Gouverneur bei den Wählern Boden gut, liegt aber weiter hinter Obama. Der Präsident ging unterdessen in die Offensive und beschuldigte Romney, bei der jüngsten Fernsehdebatte nicht aufrichtig gewesen zu sein.

Quelle: n-tv.de