Politik
Romney ist noch immer mit seinem Bus unterwegs, um die Wähler zu überzeugen.
Romney ist noch immer mit seinem Bus unterwegs, um die Wähler zu überzeugen.(Foto: AP)

Kampf um die Schnellentschlossenen: Romney stark bei Frühwählern

Von Sebastian Schöbel

Nicht nur um die noch unentschlossenen Wähler wird im US-Wahlkampf gerungen. Auch die Bürger, die sich bereits entschieden haben, werden umschwärmt. Sie sollen möglichst früh ihre Stimme abgeben. Lange sah es so aus, als würde Obama bei den Frühwählern das Rennen machen. Nun aber scheint Romney vorbeigezogen zu sein.

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"Wählt früh und häufig!" Mit diesem Slogan mobilisierten einst die Parteibosse in den USA ihre Stammwähler. Und nirgendwo klappte das besser als in den demokratischen Hochburgen entlang der Ostküste und in Chicago, wo auf diese Weise jahrelang eine Wahl nach der anderen manipuliert wurde. Seitdem hat sich viel verändert in der US-Politik, doch der Aufruf der Parteien, bei Wahlen möglichst früh abzustimmen, ist geblieben. Bisher nutzten vor allem Demokraten diese Möglichkeit – aber die Republikaner haben aufgeholt.

In einer aktuellen Umfrage des unabhängigen PEW Instituts gaben 19 Prozent der Befragten an, bereits gewählt zu haben. 50 Prozent davon gaben demnach ihre Stimme für Mitt Romney ab, 43 Prozent für Präsident Barack Obama. Allerdings sei die Führung des republikanischen Herausforderers "unbedeutend", da die Zahl der befragten Wähler nicht groß genug gewesen sei. Insgesamt liegen Obama und Romney in der PEW-Umfrage mit jeweils 49 Prozent weiterhin gleichauf.

Auch das Umfrageinstitut Gallup hat einen leichten Vorteil für Romney bei den Frühwählern festgestellt. 52 Prozent der US-Amerikaner, die bereits abgestimmt haben, machten ihr Kreuzchen laut Gallup für den Herausforderer, nur 46 Prozent für Obama. Vor allem in traditionell republikanischen Staaten im Westen und Süden ist die Beteiligung der Frühwähler laut Gallup hoch, während sie in den Bundesstaaten an der Ostküste, wo eher die Demokraten stärker sind, schwächer ausfällt.

Egal, wer in der Nacht zum 7. November als Verlierer vom Platz geht: Den Vorwurf, zu wenig getan zu haben, werden sich weder Obama noch Romney gefallen lassen müssen. Laut PEW hat jeder zweite Wähler in den USA von mindestens einem der beiden Kandidaten Werbung per Post bekommen. In den "Swing States", wo die Wahl entschieden wird, waren es sogar fast 80 Prozent.

Quelle: n-tv.de