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Die syrische Organisation der Weißhelme war am 4. April als Erste am Ort des Giftgasangriffs.
Die syrische Organisation der Weißhelme war am 4. April als Erste am Ort des Giftgasangriffs.(Foto: picture alliance / Syria Civil D)
Donnerstag, 02. November 2017

Giftgasangriff in Chan Scheichun: USA beschuldigen Moskau, Assad zu decken

Die meisten Chemiewaffenexperten sind sich sicher, dass nur das syrische Regime verantwortlich sein kann für den tödlichen Giftgasangriff auf die Stadt Chan Scheichun im April. Russland leugnet dies - die USA machen Moskau deshalb schwere Vorwürfe.

Die Vereinigten Staaten haben Russland scharf dafür kritisiert, die syrische Regierung gegen den Vorwurf des Giftgaseinsatzes zu verteidigen. Das teilte das Weiße Haus mit. Vergangene Woche hatte der sogenannte Joint Investigative Mechanism (JIM) die syrische Regierung für einen Chemiewaffenangriff auf die syrische Stadt Chan Scheichun am 4. April mit mehr als 80 Toten verantwortlich gemacht. "Der JIM hat bei dieser skrupellosen Attacke zum vierten Mal bestätigt, dass das Regime Assads Chemiewaffen einsetzt. Der Bericht zeigt die brutale und entsetzliche Barbarei Baschar al-Assads. Russlands Schutz Syriens wird dadurch noch ungeheuerlicher", heißt es in einer Mitteilung des Weißen Hauses.

Russland als Verbündeter al-Assads sieht die Schuld für den Giftgaseinsatz bei der syrischen Opposition. Der russische Vizeaußenminister Sergej Rjabkow nannte die Untersuchung des JIM voreingenommen. Es gebe "logische Fehler, dubiose Zeugen und unbestätigte Beweise", sagte er der Agentur Interfax zufolge. JIM ist das gemeinsame Untersuchungsteam der Vereinten Nationen und der Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) mit Sitz in Den Haag.

Israel bombardiert Ziel bei Homs

Die israelische Luftwaffe hat unterdessen nach Angaben von Beobachtern zum wiederholten Male Ziele in Syrien beschossen. Aus Kreisen der syrischen Regierung wurde bestätigt, dass bei dem Angriff am Mittwoch eine Kupferfabrik in der Industriestadt al-Hisya nahe Homs getroffen wurde. Die in London ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, bei dem Angriffsziel in al-Hisya handele es sich um ein Waffendepot. Es sei aber nicht klar, ob die Waffen dort der syrischen Armee oder der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah gehörten. Israel hatte in den vergangenen Monaten mehrfach syrisches Gebiet beschossen, unter anderem mit Hilfe der Luftwaffe. Die meisten Angriffe sollen sich gegen die mit Syriens Regierung verbündete und vom Iran finanzierte Hisbollah gerichtet haben.

Quelle: n-tv.de

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