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Kämpfer des "Islamischen Staats" im Juni bei einer Parade durch die nordsyrische Stadt Raqqa.
Kämpfer des "Islamischen Staats" im Juni bei einer Parade durch die nordsyrische Stadt Raqqa.(Foto: REUTERS)

"Es wird dauern, sie zu vernichten": USA erwägen Angriffe gegen IS in Syrien

Eigentlich will sich US-Präsident Obama aus dem syrischen Bürgerkrieg möglichst heraushalten. Doch kann er den Kampf gegen die islamistische Terrormiliz IS auf den Irak beschränken?

Die US-Regierung erwägt Militärschläge gegen die Dschihadistengruppe "Islamischer Staat" nicht nur wie bisher im Irak, sondern auch im Nachbarland Syrien. Dies berichten die "New York Times" und die "Washington Post" unter Berufung auf Informationen von Regierungsvertretern.

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Bislang hat Präsident Barack Obama gezögert, die USA in den Bürgerkrieg in Syrien eingreifen zu lassen. Die namentlich nicht genannten Regierungsvertreter sagten jedoch, die jüngsten Vorstöße von IS hätten deutlich gemacht, dass die Gruppierung eine Bedrohung für die USA und ihre Verbündeten darstelle. Zum Meinungswandel beigetragen hat offenbar die Ermordung des amerikanischen Journalisten James Foley.

Obama war mehrfach für seine Syrien-Politik kritisiert worden. Ex-Außenministerin Hillary Clinton sagte etwa, die Zurückhaltung des Präsidenten im Syrien-Konflikt habe zu einem Machtvakuum geführt, in das die Dschihadisten nun hineingestoßen hätten.

Laut "New York Times" werden folgende Optionen diskutiert: Die USA könnten verstärkt gemäßigte syrische Rebellen, die sowohl den IS als auch die Truppen von Präsident Baschar al-Assad bekämpfen, ausbilden und bewaffnen. Außerdem seien Luftangriffe vorstellbar. Auch Spezialeinheiten könnten nach Syrien entsandt werden - wie jene, die im Juli vergeblich versucht hatten, Foley und andere Geiseln zu befreien. Schließlich werde überlegt, im Irak und in Syrien Drohnen gegen IS-Anführer einzusetzen. Im Jemen, in Somalia und Pakistan führen die USA einen intensiven Drohnenkrieg.

Der "Washington Post" zufolge erwägt Obama, sich vom Kongress autorisieren zu lassen, militärische Mittel gegen IS einzusetzen. Zuletzt hatte der US-Kongress solche Genehmigungen in der Amtszeit von Präsident George W. Bush erteilt: 2001 gegen Al-Kaida und 2002 gegen den Irak.

Luftschläge gegen IS-Truppen im Irak hat Obama bereits angeordnet. Die USA wollen außerdem den kurdischen Truppen Waffen liefern, die im Irak gegen die Dschihadisten kämpfen. Obamas Sicherheitsberater Ben Rhodes machte deutlich, was das Ziel der US-Regierung ist: Es gebe die IS-Miliz seit zehn Jahren in der Region, sagte er. "Es wird lange dauern, sie zu vernichten."

Die Ermordung von Foley sei "ein terroristischer Angriff gegen unser Land", sagte Rhodes. "Wenn ihr Amerikaner angreift, dann greifen wir euch an. Wir lassen uns von Grenzen nicht aufhalten."

Quelle: n-tv.de

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