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Feuertaufe am Himmel über Syrien: Der futuristisch anmutende Mehrzweckkampfjet F-22 "Raptor" kommt gegen die IS-Milizen zum ersten Mal ernsthaft zum Einsatz (Archivbild).
Feuertaufe am Himmel über Syrien: Der futuristisch anmutende Mehrzweckkampfjet F-22 "Raptor" kommt gegen die IS-Milizen zum ersten Mal ernsthaft zum Einsatz (Archivbild).(Foto: REUTERS)

IS-Stellungen in Syrien: USA fliegen neue Angriffe

Die Kriegsmaschinerie der weltgrößten Militärmacht kommt ins Rollen: In Abstimmung mit arabischen Verbündeten nehmen US-Piloten neue Ziele im Irak und in Syrien ins Visier. Washington spricht von einem Hilferuf aus Bagdad.

Das US-Militär hat in Syrien erneut Luftangriffe gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geflogen. Es seien zwei Stellungen der Extremisten südwestlich von Dair as-Saur bombardiert worden, teilte das US-Zentralkommando in Tampa im US-Bundesstaat Florida am Dienstagabend (Ortszeit) mit. Auch im Irak gab es demnach einen weiteren US-Angriff. Dieser sei nordwestlich der Hauptstadt Bagdad erfolgt.

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Die USA hatten in der Nacht zuvor gemeinsam mit fünf arabischen Verbündeten erstmals ihre Angriffe auf den IS vom Irak auf Syrien ausgeweitet. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurden dabei 70 IS-Extremisten getötet. Zudem starben bei weiteren US-Angriffen 50 Kämpfer der weitgehend unbekannten Chorasan-Gruppe, die mit dem syrischen Al-Kaida-Ableger verbunden ist.

Von der UN-Charta gedeckt?

Die Angriffe in Syrien sind nach US-Angaben auf Wunsch des Iraks erfolgt. "Die irakische Regierung hat die USA gebeten, internationale Maßnahmen anzuführen, um Stellungen und militärische Hochburgen des IS in Syrien anzugreifen", schrieben diplomatische Vertreter der Vereinigten Staaten in einem Brief an UN-Generalsekretär Ban Ki Moon. Der Irak habe um den Schutz seiner Bürger gebeten und um Hilfe bei der Sicherung seiner Grenzen.

Das Schreiben, unterzeichnet von der US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen, Samantha Power, soll erklären, warum der Militäreinsatz der USA und ihrer arabischen Verbünden von der UN-Charta gedeckt ist. Demnach sei der IS nicht nur für den Irak, sondern für die USA und die Alliierten in der Region eine Bedrohung. Russland hatte die Angriffe zuvor als völkerrechtswidrig kritisiert. Das Vorgehen der USA und ihrer Verbündeten sei nicht durch ein UN-Mandat gedeckt.

Washington argumentiert, die IS-Miliz nutze Syrien als sicheren Rückzugsraum, von dem aus es Angriffe im Irak vorbereite. Der Artikel 51 der UN-Charta besage, dass angegriffene Mitglieder das Recht auf individuelle oder gemeinsame Selbstverteidigung hätten.

Ein Teil der am Angriff beteiligten US-Militärmaschinen startet vom nuklear angetriebenen Flugzeugträger "USS George H. W. Bush". Der nach dem 41. Präsidenten der USA benannte Träger ist mit seiner Begleitflotte im Persischen Golf stationiert. Das Großkampfschiff ist nach dem Vater von George W. Bush benannt, der ihm als 43. US-Präsident im Amt an der Spitze der Vereinigten Staaten nachfolgte.

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Quelle: n-tv.de

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