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Politik

Samstag, 12. September 2009

Direkte Gespräche ohne Vorbedingung: USA gehen auf Nordkorea zu

Mit Kranzniederlegungen wie hier an einer riesigen Statue von Kim Il Sung in Pjöngjang beging Nordkorea am 9. September den 61. Jahrestag seiner Staatsgründung.

Mit Kranzniederlegungen wie hier an einer riesigen Statue von Kim Il Sung in Pjöngjang beging Nordkorea am 9. September den 61. Jahrestag seiner Staatsgründung.
(Foto: AP)

Die US-Regierung hat sich zu direkten Gesprächen mit Nordkorea bereiterklärt. Um das kommunistische Regime in Pjöngjang zur Rückkehr zu den Sechs-Länder-Gesprächen über sein Atomprogramm zu bewegen, sei man auch zu einem bilateralen Treffen bereit, sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Philip Crowley, in Washington. Bisher hatte die US-Regierung direkte Verhandlungen mit Nordkorea ausgeschlossen, solange das Land nicht im Atomstreit einlenkt und auf sein Nuklearprogramm verzichtet.

Nordkorea soll "ermutigt" werden

Ziel sei es, die Sechs-Parteien-Gespräche voranzubringen. Daher handle es sich nicht um eine Kehrtwende in der US-Politik, sagte Crowley. Nordkorea  solle "ermutigt werden, zum Sechs-Parteien-Prozess zurückzukehren" und "positive Schritte hin zu einer Denuklearisierung" zu unternehmen. Wann und wo man sich treffen wird, sei noch nicht entschieden. "Wir haben noch keine andere Entscheidung getroffen als zu sagen, dass wir auf bilaterale Gespräche vorbereitet sind", sagte der Außenamtssprecher.

Nordkorea hatte die Sechs-Parteien-Gespräche zur Beendigung seines Atomprogramms im April verlassen, nachdem der Weltsicherheitsrat es wegen seiner Atom- und Raketentests verurteilt hatte. An den Gesprächen nahmen neben Nordkorea und den USA auch Südkorea, Japan, Russland und China teil.

Positive Signale auch aus Pjöngjang

Pjöngjang hatte in den vergangenen Wochen bereits mehrfach positive Signale in Richtung Washington gesendet und auch Präsident Barack Obamas Nordkorea-Beauftragten Stephen Bosworth und Atomunterhändler Sung Kim zu einem Besuch eingeladen. Im vergangenen Monat hatten nordkoreanische Diplomaten bei einem Treffen mit dem Gouverneur des US-Bundesstaates New Mexiko, Bill Richardson, in Santa Fee bereits ihre Bereitschaft zu direkten Gesprächen mitgeteilt.

Anfang August hatte Ex-Präsident Bill Clinton bei einem Besuch in Pjöngjang die Freilassung zweier in Nordkorea inhaftierter US- Journalistinnen erreicht. Bei der von der US-Regierung als privat bezeichneten Reise war Clinton auch mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Il zusammengetroffen.

dpa/rts

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