Politik

Bericht kritisiert RumsfeldUSA ließen Bin Laden entkommen

29.11.2009, 16:39 Uhr

Ein Untersuchungsbericht des US-Senats wirft dem ehemaligen Verteidigungsminister vor, die Festnahme des Al-Kaida-Führers verpatzt zu haben, weil nicht genügend Soldaten bereitgestellt wurden.

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Auf der Flucht: Bin Laden soll noch am Leben sein. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Das US-Militär hat einem Bericht des Senats in Washington zufolge 2001 die Chance verpasst, Al-Kaida-Chef Osama bin Laden zu fassen. Der Extremisten-Chef hätte Ende 2001 bei einem massiven Angriff auf die Bergfestung Tora Bora ausgeschaltet werden können, hieß es in dem Bericht, der für einen von den Demokraten kontrollierten Ausschuss vorbereitet worden war.

US-Spezialeinheiten und CIA-Agenten seien damals im afghanischen Tora-Bora-Gebirge dem Terrorchef und seinen engsten Vertrauten dicht auf den Fersen gewesen. Doch dann hätten es der frühere Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und der damalige Oberbefehlshaber in Afghanistan, General Tommy Franks, versäumt, für einen finalen Zugriff genügend Soldaten zur Verfügung zu stellen. Zudem hätten sich die Kommandeure auf Luftangriffe und afghanische Einheiten als Speerspitze sowie pakistanische Grenztruppen zum Abschneiden der Fluchtwege verlassen. Folge sei es gewesen, dass Bin Laden nach Pakistan entkommen konnte.

Aufstieg zur Symbolfigur

Die Beseitigung Bin Ladens hätte dem Bericht zufolge zwar nicht die weltweite Bedrohung durch Extremisten beigelegt. Die Entscheidung, ihm die Tür für seine Flucht nach Pakistan zu öffnen, habe es Bin Laden aber ermöglicht, zu einer mächtigen Symbolfigur zu werden, die noch immer einen stetigen Geldfluss anziehe und weltweit Fanatiker inspiriere.

In dem Bericht wird vor allem die Rolle des ehemaligen Verteidigungsministers Rumsfeld sowie von General Franks unter dem vormaligen Präsident George W. Bush kritisiert. Der Senatsausschuss wurde von John Kerry geleitet, der Bush bei den Präsidentenwahlen 2004 unterlegen war. Der Bericht wurde wenige Tage vor der mit Spannung erwarteten Entscheidung von Präsident Barack Obama zur Entsendung zusätzlicher Truppen nach Afghanistan veröffentlicht.

Ganz neu sind die Erkenntnisse allerdings nicht. Wie die "New York Times" berichtet, kamen bereits mehrere Untersuchungen in der Vergangenheit zu ganz ähnlichen Erkenntnissen.

Quelle: rts/dpa