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Waffenschau mit millionenteuren Maschinen: Die Zusatztanks für den Überführungsflug von Okinawa nach Südkorea sind unter den Flügeln gut zu erkennen.
Waffenschau mit millionenteuren Maschinen: Die Zusatztanks für den Überführungsflug von Okinawa nach Südkorea sind unter den Flügeln gut zu erkennen.(Foto: REUTERS)

Symbolischer Auftritt am Himmel: USA schicken Stealth-Jets nach Korea

Washington demonstriert in Südkorea militärische Stärke. US-Piloten donnern mit vier "Raptor"-Kampfjets übers Meer nach Südkorea. Die Botschaft liegt auf der Hand: Im Ernstfall können die Maschinen unbemerkt in den gegnerischen Luftraum eindringen.

Zehn Tage nach dem Start einer Langstreckenrakete in Nordkorea hat die US-Luftwaffe vier ihrer derzeit modernsten Kampfjets in einer demonstrativen Geste des militärischen Beistands nach Südkorea entsandt. Die Maschinen vom Typ F-22 "Raptor" flogen vom US-Stützpunkt auf Okinawa in Japan aus nach Südkorea.

Der Vize-Kommendeur der US-Streitkräfte in Südkorea tritt mit dem südkoreanischen Luftwaffenchef vor die Presse: Terrence J. O'Shaughnessy (l.) und Lee Wang-Geun freuen sich über die Verstärkung.
Der Vize-Kommendeur der US-Streitkräfte in Südkorea tritt mit dem südkoreanischen Luftwaffenchef vor die Presse: Terrence J. O'Shaughnessy (l.) und Lee Wang-Geun freuen sich über die Verstärkung.(Foto: dpa)

Beobachter werteten den Auftritt der futuristischen Maschinen als politisches Signal: Die zweistrahligen Kampfjets verfügen über sogenannte Stealth-Eigenschaften und sind damit für gegnerische Radarsysteme kaum zu erkennen. Der Überflug signalisiert dem Regime im Norden der koreanischen Halbinsel, dass die USA ihrem Bündnisparter im Süden mit modernsten Waffen zur Seite stehen.

Hightech-Flieger aus den USA

Die vier "Raptoren" überflogen unter anderem die Stadt Osan südlich von Seoul, wie die US-Streitkräfte Korea (USFK) mitteilten. Stationiert werden die Maschinen vorerst auf dem Luftwaffenstützpunkt "Osan Air Base" in Pyeongtaek.

"Diese Mission demonstriert die Stärke der Allianz der USA mit Südkorea", erklärte der stellvertretende USFK-Befehlshaber Terrence O’Shaughnessy. Die frühzeitige Ankündigung sowie ein ausgiebiger Formationsflug in niedriger Flughöhe sorgten dafür, dass die Ankunft der vier Jets am Boden nicht unbemerkt blieb. Zwei der vier F-22-Jets würden "eine Zeitlang" in Südkorea bleiben, hieß es. Die anderen beiden Maschinen sollen zu ihrem Stützpunkt in Japan zurückkehren, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärs.

Streng bewacht und abgeschirmt: Die F-22 zählt zu den modernsten Waffensystemen aus den Arsenalen der USA.
Streng bewacht und abgeschirmt: Die F-22 zählt zu den modernsten Waffensystemen aus den Arsenalen der USA.(Foto: dpa)

Die Entsendung der "Raptoren" ist Teil größerer Bewegungen: Die USA bauen derzeit ihre militärische Präsenz im verbündeten Südkorea massiv aus. Nordkorea hatte am 7. Februar wenige Wochen nach einem größeren Kernwaffentest eine Langstreckenrakete abgefeuert und damit internationale Kritik auf sich gezogen.

Ernste Bedrohung

Die Regierungen in Washington und Seoul werfen dem Land vor, damit gegen UN-Resolutionen verstoßen zu haben. Pjöngjang gibt an, lediglich einen Satelliten zu rein friedlichen Zwecken in die Erdumlaufbahn geschossen zu haben. Die internationale Gemeinschaft jedoch hält den Raketenstart dagegen für einen verdeckten Test einer militärischen Interkontinentalrakete, die sich atomar bestücken lässt.

Signale der Entspannung suchen Beobachter derzeit auf der koreanischen Halbinsel vergebens: In wenigen Wochen steht das nächste große Manöver an, bei dem das südkoreanische Militär an der Seite der US-Truppen vor Ort mit Hunderttausenden Soldaten teilnehmen wird. Nach südkoreanischen Angaben handelt es sich um die bislang größte gemeinsame Übung.

Mit der Aufrüstung und dem Manöver wollen die USA und Südkorea demonstrativ ihre Entschlossenheit zur Schau stellen: Schon nach dem vierten nordkoreanischen Atomtest im Januar hatten die USA als Zeichen der Bündnisstärke einen B52-Langstreckenbomber, der auch Atomwaffen tragen kann, über Südkorea fliegen lassen.

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Quelle: n-tv.de

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