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Die Berichte von Al-Dschasira, hier ein Blick in Redaktion und Studio in Katar, gelten als zumeist ausgewogen.
Die Berichte von Al-Dschasira, hier ein Blick in Redaktion und Studio in Katar, gelten als zumeist ausgewogen.(Foto: REUTERS)

Lauschangriff auf Al-Dschasira: USA sollen Sender ausspioniert haben

Die Spürnasen vom US-Geheimdienst NSA machen vor nichts und niemandem Halt. Eine weitere Enthüllung von Edward Snowden bringt ans Licht, dass auch Mails und Telefonate des arabischen Senders Al-Dschasira ins Visier geraten sind. Und auch die Daten von Fluggästen wurden offenbar durchleuchtet.

Der US-Geheimdienst NSA hat offenbar auch die interne Kommunikation des arabischen Fernsehsenders Al-Dschasira ausgehorcht. Dies geht aus dem Material des Whistleblowers Edward Snowden hervor, wie das Magazin "Der Spiegel" berichtet. In einem Papier vom 23. März 2006, das der Enthüller Snowden den Medien übergab, ist von einem "bemerkenswerten Erfolg" die Rede. Es sei die "die interne Kommunikation von Al-Dschasira-Broadcasting" abgeschöpft worden, heißt es.

Bekannt ist längst, dass die USA die Berichterstattung des Senders mit Hauptsitz in Katar besonders kritisch sieht. Al-Dschasira verbreitet regelmäßig Terrorbotschaften von Al-Kaida. Jedoch gilt der Kanal im Vergleich zu anderen arabischen Medien als gemäßigt. Auch israelische Politiker kommen in seinem Programm zu Wort. Die interne Überwachung war bislang nicht bekannt und wäre ein Eingriff in die journalistische Freiheit.

Dauert die Überwachung an?

Ebenso soll sich der Geheimdienst laut dem Papier in das Buchungssystem der russischen Fluglinie Aeroflot eingeschlichen haben. Was genau die Mitarbeiter dort suchten, ist unklar. Auch wurde nicht bekannt, wie lange das Ausspionieren von Al-Dschasira und Aeroflot andauerte und ob es womöglich noch immer praktiziert wird.

Die nun bekannt gewordenen Neuigkeiten sind ein weiterer Baustein der Enthüllungen von Edward Snowden. Der Techniker, der Aufträge für die NSA ausführte, entwendete ein umfangreiches Archiv an Dokumenten. Dies übergab er einem Journalisten der britischen Zeitung "Guardian". Bürgerrechtler feiern Snowden für seine Enthüllungen. Seit Wochen ist er in Russland, weil die USA ihm den Prozess machen wollen. Ein solcher Prozess ging erst kürzlich zu Ende, als der transsexuelle Chelsea Manning alias Bradley Manning zu 35 Jahren Haft verurteilt wurde.

Quelle: n-tv.de

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