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Der Kopf der Opposition: Maath al-Khatib (r.)
Der Kopf der Opposition: Maath al-Khatib (r.)(Foto: AP)

Israel gibt Warnschüsse auf Syrien ab: USA unterstützen neue Opposition

In Syrien schließen sich die oppositionellen Gruppen zusammen, auch auf Druck aus den USA. Die Vereinigten Staaten kündigen nun "nicht-tödliche Unterstützung" an. Sie soll eine Übergangsregierung für die Zeit nach Machthaber Assad erreichen. Israel feuerte zuvor auf syrisches Territorium.

Die US-Regierung hat den Zusammenschluss der syrischen Oppositionsgruppen im Kampf gegen Staatschef Baschar al-Assad begrüßt. Der stellvertretende Sprecher des US-Außenministeriums, Mark Toner erklärte, die Bildung der syrischen Nationalen Koalition sei ein Meilenstein auf dem Weg zum "Ende von Assads blutiger Herrschaft und zum Beginn einer friedlichen, gerechten und demokratischen Zukunft" für alle Menschen in Syrien. Zuvor feuerten erstmals seit rund 40 Jahren israelische Soldaten in Richtung Syrien.

"Wir werden mit der Nationalen Koalition zusammenarbeiten, um sicherzustellen, dass unsere humanitäre und nicht-tödliche Unterstützung den Bedürfnissen der syrischen Menschen dient", fügte der Sprecher hinzu. Zugleich dankte er der Regierung des Golfemirats Katar für deren Unterstützung.

In der katarischen Hauptstadt Doha hatten die syrischen Regierungsgegner nach einwöchigen Beratungen eine Vereinbarung zur Bildung einer Nationalen Koalition unterzeichnet. Zum Präsidenten des Verbundes wurde der gemäßigte Geistliche Scheich Ahmed al-Khatib bestimmt. Die Vereinbarung sieht auch vor, die kämpfenden Einheiten unter einem Obersten Militärrat zu vereinen. Für Gebiete in Syrien, die von den Aufständischen kontrolliert werden, soll ein Nationaler Rechtsausschuss eingerichtet werden.

Offenbar waren in den vergangenen Tagen mehrere Granaten auf die israelisch besetzten Golan-Höhen abgefeuert worden.
Offenbar waren in den vergangenen Tagen mehrere Granaten auf die israelisch besetzten Golan-Höhen abgefeuert worden.(Foto: picture alliance / dpa)

Nach internationaler Anerkennung der Nationalen Koalition will diese eine Provisorische Regierung bilden. Nach dem Sturz der Assad-Regierung ist die Bildung einer Übergangsregierung vorgesehen. Die Weltgemeinschaft solle nun "die Syrer auf allen Ebenen unterstützen, um das Regime zu stürzen und eine sichere Übergangsphase einzuleiten", sagte Sadiqu Mousllie, Mitglied des oppositionellen Syrischen Nationalrats SNC zu n-tv.de.

Die zutiefst zerstrittene Opposition war von Staaten aus der Gruppe der Freunde Syriens - allen voran Katar und die USA - zu einem Zusammenschluss gedrängt worden. Zur Einigung gelockt wurden sie unter anderem mit der Aussicht auf finanzielle Unterstützung. Syriens Informationsminister Omran al-Subi bezeichnete laut staatlicher syrischer Nachrichtenagentur Sana das Oppositionstreffen daher als neue Art der ausländischen Intervention in Syrien.

Israel antwortet "in aller Härte"

Die israelische Armee feuerte zuvor mehrere Warnschüsse auf das Nachbarland ab. Nach Angaben einer Armeesprecherin hatte zuvor eine aus Syrien abgefeuerte Granate einen israelischen Militärposten auf den Golan-Höhen getroffen. In Katar erzielten die syrischen Regimegegner derweil einen Durchbruch: Erstmals seit Beginn der Krise vor 20 Monaten soll es nun einen gemeinsamen Oppositionsblock geben.

In Syrien lieferten sich Rebellen und Regierungstruppen landesweit weiter erbitterte Kämpfe. Allein am Wochenende kamen nach Angaben der Opposition rund 200 Menschen ums Leben. Der seit 20 Monaten andauernde Bürgerkrieg in Syrien hat nach Angaben von Aktivisten inzwischen mehr als 37.000 Menschen das Leben gekostet.

Den Zwischenfall auf den Golan-Höhen wertete die israelische Armee als "Teil des internen Konflikts in Syrien". Es habe weder Sachschaden noch Verletzte gegeben, sagte eine Sprecherin. Das israelische Militär legte nach dem neuen Vorfall Beschwerde bei der UN-Beobachtertruppe ein, die eine Pufferzone zwischen beiden Ländern kontrolliert. "Feuer aus Syrien nach Israel wird nicht toleriert und wird in aller Härte beantwortet", teilte die Armee mit.

Der von Israel 1967 eroberte Golan war in der vergangenen Zeit wiederholt von fehlgeleiteten Geschossen aus Syrien getroffen worden. Vor gut einer Woche waren syrische Kampfpanzer vorübergehend in die Pufferzone eingedrungen, um dort syrische Rebellen zu bekämpfen.

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Quelle: n-tv.de

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