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1990 wurde das THAAD-System entwickelt.
1990 wurde das THAAD-System entwickelt.(Foto: REUTERS)

UN: Sanktionen waren Fehlschlag: USA wollen Abwehrsystem stationieren

Die USA wollen in Südkorea ein Abwehrsystem stationieren, dass künftig von Nordkorea abgefeuerte Raketen zerstören könnte. In einem geheimen Bericht werden derweil die Sanktionen gegen das Land als Fehlschlag bezeichnet.

Nach Nordkoreas umstrittenem neuen Raketenstart haben die USA Südkorea Unterstützung zugesichert. Wie Pentagonsprecher Peter Cook sagte, wollen Washington und Seoul Verhandlungen über die Verlegung eines Raketenabwehrsystems nach Südkorea aufnehmen. Es handelt sich um das sogenannte THAAD-System (Terminal High Altitude Area Defense), ein mobiles landgestütztes Abwehrsystem.

Aus Verteidigungskreisen in Washington hieß es, dass das THAAD-System binnen zwei Wochen verlegt werden könne. Das System feuert Abfangraketen ab, die feindliche Geschosse in der Luft zerstören. China lehnt die Stationierung des Waffensystems auf der koreanischen Halbinsel ab.

Satellit in Umlaufbahn gebracht

Cook verurteilte den Raketenstart. Er fügte aber hinzu: "Nichts an diesem Test hat uns überrascht." Seinen Angaben nach gelang es Nordkorea, einen Satelliten oder ein anderes Gerät in die Umlaufbahn zu bringen.

Die Spannungen auf der koreanischen Halbinsel haben nach einem neuen nordkoreanischen Atomtest im Januar und dem Raketenstart am Sonntag zugenommen. Das kommunistische Regime in Pjöngjang sprach von einem Satellitenstart zur Weltraumerforschung. Die Weltgemeinschaft sieht dahinter allerdings den verdeckten Test einer militärischen Langstreckenrakete.

Das THAAD-System feuert Anti-Raketen-Raketen ab. Hat das Bodenradar eine feindliche Rakete identifiziert, startet eine der rund 900 Kilogramm schweren Raketen. Auf etwa 100 Kilometern Höhe wird die Booster-Einheit abgetrennt und der Gefechtskopf manövriert sich ins Ziel auf einer maximalen Höhe von bis zu 150 Kilometern. Dabei erreicht die Rakete Geschwindigkeiten von über 10.000 Stundenkilometer und zerstört das Ziel allein durch die Energie des Aufpralls.

UN-Experten: Sanktionen waren Fehlschlag

Eine Gruppe von UN-Experten hat derweil die gegen Nordkorea wegen seines Atom- und Raketenprogramms verhängten Sanktionen als Fehlschlag bewertet. "Es gibt ernste Fragen zur Effizienz des aktuellen Sanktionsregimes der Vereinten Nationen", schrieben die Experten in dem vertraulichen Bericht. Die Strafmaßnahmen hätten Pjöngjang nicht gehindert, sein Atom- und Raketenprogramm schrittweise auszubauen.

Dem Bericht zufolge gelang es Nordkorea, die Sanktionen teilweise zu umgehen, doch wurden sie auch, insbesondere von einigen afrikanischen Ländern, nicht richtig umgesetzt. Trotz ihres kritischen Urteils empfahlen die Experten, drei weitere nordkoreanische Institutionen und vier Personen auf die Sanktionsliste zu setzen, nachdem Pjöngjang kürzlich erneut mit einem Atomtest und dem Abschuss einer Langstreckenrakete gegen die UN-Resolutionen verstoßen hatte.

Die Namen der Betroffenen waren laut Diplomaten in einem geheimen Annex enthalten. Das UN-Gremium empfahl auch, ein Importverbot für Drohnentechnologie zu verhängen und Maßnahmen gegen die spezialisierte Ausbildung von Nordkoreanern zu verschärfen. Seit dem ersten Atomtest 2006 hat der UN-Sicherheitsrat vier Runden Sanktionen verhängt, doch gibt es laut den Experten "keine Hinweise, dass das Land seine Atom- und Raketenprogramme aufgeben will".

Quelle: n-tv.de

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