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Beteiligung am Kampf gegen den IS: USA wollen Nato ins Boot holen

Kommt es zu einer direkten Beteiligung der Nato am Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat? Bündnisstaaten wie Deutschland halten das bislang für keine gute Idee. Doch jetzt gibt es eine Anfrage aus den USA.

Die USA wollen die Nato an der internationalen Koalition gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) beteiligen. Aus Bündniskreisen in Brüssel verlautete, haben die Amerikaner konkret um eine Verstärkung durch Awacs-Flugzeuge der Nato gebeten. Die mit Radar- und Kommunikationstechnik ausgestatteten Maschinen könnten als fliegende Gefechtsstände Luftangriffe auf Terroristen-Stellungen in Syrien und im Irak koordinieren.

Sollten alle anderen 27 Nato-Länder einem Einsatz zustimmen, würden aller Voraussicht nach auch deutsche Soldaten zum Einsatz kommen. Die Bundeswehr stellt nach eigenen Angaben rund ein Drittel der Besatzungsmitglieder für die aus 16 Flugzeugen bestehende Awacs-Flotte der Nato.

Zahlreiche Bedenken

Die Nato als solche ist bislang nicht an der Anti-IS-Koalition beteiligt. Länder wie Deutschland hatten das bisher gutgeheißen, weil sie die Gefahr sehen, dass durch ein offizielles Bündnisengagement die Friedensbemühungen für den Syrien-Konflikt erschwert werden könnten. Zudem wurde auf mögliche Vorbehalte von Mitgliedern der Anti-IS-Koalition aus dem arabischen Raum verwiesen. Damit ein Treffen der Koalition in der Nato-Zentrale in Brüssel stattfinden konnte, mussten Ende 2014 sogar Bündnissymbole aus dem Tagungsraum entfernt werden. Einigen Partnern sei es wichtig, dass die Nato beim Kampf gegen den IS keine große Rolle spiele, hieß es damals.

An der Anti-IS-Koalition sind mittlerweile rund 60 Staaten beteiligt, darunter neben allen 28 Nato-Mitgliedern auch islamische Länder wie Saudi-Arabien und Ägypten. Deutschland unterstützt das Bündnis mit Tornado-Aufklärungsflugzeugen. Zudem werden kurdische Anti-IS-Kämpfer mit Waffen beliefert.

Awacs stehen schon in der Türkei

US-Verteidigungsminister Ashton Carter hatte am Mittwoch ein neues Zusammentreffen von mehr als zwei Dutzend Ländern der Koalition in drei Wochen in Brüssel angekündigt. Dort solle auch über zusätzliche Anstrengungen gesprochen werden. "Wir sind uns einig, dass wir alle mehr machen müssen", sagte er. Carter soll die Awacs-Unterstützung für die Koalition bereits vor Weihnachten in einem Schreiben angefordert haben.

Bereits vor einigen Wochen hatte die Nato beschlossen, Awacs-Flugzeuge in die Türkei zu verlegen. Diese Entsendung geht allerdings auf eine Bitte der Regierung in Ankara zurück. Der Bündnispartner fühlt sich durch die Konflikte in der Region bedroht. Unter anderem sollen in Syrien eingesetzte russische Kampfflugzeuge mehrfach den türkischen Luftraum verletzt haben. Im November kam es zu einem schwerwiegenden Zwischenfall, als die türkische Luftwaffe im türkisch-syrischen Grenzgebiet ein russisches Kampfflugzeug abschoss.

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Quelle: n-tv.de

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