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Die Stimmung in Kreuth wird von einer Umfrage erschüttert, die so nicht sein darf.
Die Stimmung in Kreuth wird von einer Umfrage erschüttert, die so nicht sein darf.(Foto: dapd)

CSU will hart und gefühlvoll sein: Umfrage prognostiziert Absturz

Die CSU will keinen "Schlafwagen-Wahlkampf" wie 2009 führen - Parteichef Seehofer will Härte, Emotionen und ein Wahlprogramm mit Annex. Verwundert sind die Christsozialen über eine Umfrage, die sie nur noch bei 41 Prozent der Stimmen sieht.

Auf die Pressekonferenz soll der gemütliche Teil des Abends folgen - den miesen Quoten zum Trotz.
Auf die Pressekonferenz soll der gemütliche Teil des Abends folgen - den miesen Quoten zum Trotz.(Foto: dapd)

Die CSU will einen kurzen, harten und emotionalen Bundestagswahlkampf führen. Eine Neuauflage der "Schlafwagen-Kampagne" des Wahljahrs 2009 hält die CSU nicht für sinnvoll. Er wolle die rationalen Wahlkampfargumente ergänzen mit Emotionalität, sagte CSU-Chef Horst Seehofer bei der CSU-Winterklausur in Wildbad Kreuth. Die Union dürfe nicht Variante zu SPD und Grünen, sondern müsse Alternative sein. Die Gespräche mit der CDU über die Wahlkampfstrategie müssen aber erst noch geführt werden. "Es wäre schlecht, wenn man Ergebnisse von Verhandlungen schon bekanntgibt, bevor sie geführt werden", sagte der CSU-Chef dazu.

2009 beruhte die Strategie des damaligen CDU-Generalsekretärs und heutigen Kanzleramtschefs Ronald Pofalla auf der "asymmetrischen Demobilisierung" - den SPD-Wählern sollte die Furcht vor einer schwarz-gelben Koalition und damit die Motivation für die Stimmabgabe genommen werden. Die CSU hatte damals schon Zweifel am "Schlafwagen-Wahlkampf" und fühlte sich anschließend durch das unerwartet schlechte Abschneiden der Union bestätigt - CDU/CSU hatten damals nur 33,8 Prozent erreicht.

Wahlprogramm mit Anhang soll helfen

Bei der Winterklausur der CSU-Landesgruppe.
Bei der Winterklausur der CSU-Landesgruppe.(Foto: dpa)

Von den Überlegungen für ein eigenes CSU-Wahlprogramm ist Seehofer inzwischen abgerückt. Er will ein gemeinsames Wahlprogramm mit der CDU nicht an der von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) abgelehnten Forderung nach einer Pkw-Maut scheitern lassen. Notfalls werde die CSU aber parallel dazu eigene Punkte formulieren, sagte Seehofer. "Es gibt Punkte, wo man sich trotz aller Freundschaft nicht verständigen kann", sagte der bayerische Ministerpräsident. Dann sei es auch in der Vergangenheit nicht ungewöhnlich gewesen, dass die CSU auf einem Extrablatt einige eigene Punkte beschlossen habe. "So werden wir es machen."

CSU lehnt Allensbach-Umfrage ab

Derweil rätselt die CSU über ihren derzeitigen Rückhalt in der  Bevölkerung. In Kreuth sorgte eine Allensbach-Umfrage für Verwunderung und Verärgerung, die die Christsozialen bei lediglich 41 Prozent im Bund sieht. Die Chefin des Instituts für Demoskopie Allensbach, Renate Köcher, hatte der Landesgruppe ein Stimmungsbild für die Bundestagswahl gegeben. Demnach käme die CSU auf für ihre Verhältnisse schwache 41 Prozent, die SPD auf 24 Prozent, die Grünen auf 13 Prozent, FDP und Piraten auf je vier Prozent und die Linke auf drei Prozent.

Mehrere führende Christsoziale versuchten, die Ergebnisse Köchers als unrealistisch und  unseriös darzustellen. Dabei verwiesen sie auch darauf, dass die  genannten Ergebnisse zusammen nur 89 Prozent ergeben. Seehofer  bezeichnete die Zahlen als nicht repräsentativ.

Wahltermin weiter in der Schwebe 

Weiter keine definitive Lösung gibt es für die Wahltermine von Bundestag und bayerischem Landtag. Im Gespräch sind der 22. September für die Bundestagswahl und der 15. September für die Landtagswahl, weil das die einzigen beiden Termine sind, die außerhalb der Ferienzeiten liegen. In der CSU gibt es jedoch Bedenken, Bundes- und Landtagswahl an zwei aufeinanderfolgenden Wochenenden wählen zu lassen. "Wir haben noch keine Lösung", sagte Seehofer. Erst werde Bundespräsident Joachim Gauck den Bundestagswahltermin festsetzen, bevor die Staatsregierung in München über den Termin der Bayernwahl entscheidet.

Glühwürmchen bleiben in Deckung

Die Irritationen, die Seehofer in der CSU vor Weihnachten mit Attacken auf eigene Parteifreunde ("Glühwürmchen" etc.) ausgelöst hatte, spielten in Kreuth nach Angaben Seehofers und der Landesgruppenchefin Gerda Hasselfeldt keine Rolle. "Die Tatsache, dass die Irritation vor einigen Wochen in dieser langen Diskussion überhaupt keine Rolle gespielt hat, macht deutlich, dass das kein Thema mehr ist, für das man Zeit verschwenden muss", sagte Hasselfeldt.

Quelle: n-tv.de

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