Politik

Saure Böden statt einwandfreiem Kompost?: Umweltbundesamt sieht Öko-Tüten kritisch

Das Prinzip klinkt gut: Öko-Tüten sind auf Pflanzenbasis hergestellt und kompostierbar. Unternehmen wittern wegen der Biotonnenpflicht ein großes Geschäft. Doch das Umweltbundesamt warnt.

Sind kompostierbar, aber trotzdem aus Kunststoff: Sogenannte Öko-Tüten.
Sind kompostierbar, aber trotzdem aus Kunststoff: Sogenannte Öko-Tüten.(Foto: picture alliance / dpa)

Das Umweltbundesamt erwartet beim geplanten massenhaften Einsatz von kompostierbaren Öko-Tüten zur Entsorgung von Küchen- und Gemüseabfällen in der Biotonne Probleme.

"Biologisch abbaubare Kunststoffe für Verpackungen, die aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt werden, haben keinen ökologischen Vorteil", sagte der Leiter des Fachbereiches für Kreislaufwirtschaft, Michael Angrick. Böden versauerten durch den Anbau und die Verarbeitung von Pflanzen für diese Verpackungen stärker als durch die Herstellung herkömmlicher Kunststoffverpackungen, so Angrick.

Belastung für Dünger?

Ab Januar 2015 werden bundesweit Biotonnen zur Pflicht. Wegen der erwartbaren Steigerung beim Bioabfallvolumen wittern Hersteller ein gutes Geschäft mit Tüten, die sich in Kompostieranlagen fast komplett zersetzen sollen. Dabei wird abbaubarer Polyester verwandt, gemischt mit Stärke, Zellulose und etwa Polymilchsäure. Kritiker hingegen warnen vor Rückständen, die Produkte wie Dünger belasten können, zu denen Bioabfälle verarbeitet werden.

Bisher werden etwa 111 Kilo Bioabfall pro Einwohner im Jahr gesammelt. Die Tonnenpflicht soll das Volumen erhöhen und eine Entsorgung im Hausmüll zurückdrängen.

Quelle: n-tv.de

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