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"Ich war wirklich überzeugt, dass sie mich freisprechen" - Berlusconi will keine sexuelle Beziehung zu "Ruby" gehabt haben.
"Ich war wirklich überzeugt, dass sie mich freisprechen" - Berlusconi will keine sexuelle Beziehung zu "Ruby" gehabt haben.(Foto: dpa)

"Ruby"-Urteil macht auch Letta Ärger: Und schon wieder kriselt es in Italien

Hat Berlusconi die blutjunge "Ruby" nun für Sex bezahlt? Ein Mailänder Gericht meint: ja. Es verurteilt ihn zu sieben Jahre Haft und zu einem Ausschluss von öffentlichen Ämtern. Natürlich lassen auch Probleme für Italiens Regierung nicht auf sich warten.

Nach dem Urteil gegen Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi im "Ruby"-Prozess fürchtet Italien um die Stabilität der jungen Regierung. "Das Urteil kann nicht ohne politische Konsequenzen bleiben", sagte Vize-Senatspräsident Maurizio Gasparri, nachdem Berlusconi tags zuvor in erster Instanz zu sieben Jahren Haft und einem Verbot öffentlicher Ämter verurteilt worden war.

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Ein Mailänder Gericht hatte Berlusconi für schuldig befunden, für Sex mit einer Minderjährigen bezahlt und sein Amt missbraucht zu haben. Konkret ging es um sogenannte Bunga-Bunga-Partys mit der zu dem Zeitpunkt noch jugendlichen Nachtklubtänzerin Karima El Mahroug, genannt "Ruby". Außerdem soll Berlusconi 2010 - damals war er noch Ministerpräsident - mit Anrufen bei der Polizei nach einer Festnahme "Rubys" ihre Freilassung erwirkt haben. Berlusconi und "Ruby" hatten jedoch bestritten, eine sexuelle Beziehung gehabt zu haben.

Berlusconi hat zwar keinen Kabinettsposten inne, ist aber Leitfigur des Mitte-Rechts-Lagers. Seine Partei Volk der Freiheit (PdL) ist der wichtigste Koalitionspartner von Regierungschef Enrico Letta. Der wollte sich am Abend mit Berlusconi treffen, um über den zukünftigen Kurs der Koalition zu beraten.

Staatspräsident Napolitano reagiert genervt

Trotzdem blieb der Regierungschef entspannt. "Berlusconi weiß sehr gut, dass eine Krise für diese Regierung nicht automatisch das Ende der Legislaturperiode bedeutet", sagte Letta einem Bericht der Zeitung "La Stampa" zufolge. Ihm selbst und seiner Demokratischen Partei (PD) bleibe ja immer noch die Möglichkeit, mit den enttäuschten Abgeordneten der Protestbewegung 5 Sterne zu regieren. Auch bei Neuwahlen sei sein Mitte-Links-Lager nicht schlecht aufgestellt.

Staatspräsident Giorgio Napolitano forderte mehr Kontinuität in der italienischen Politik. "Es vergehen keine zwei Monate nach der Bildung einer Regierung, bis der Gegenstand der Diskussionen wieder derselbe ist: die drohende, bevorstehende oder fatale Krise der Regierung."

Berlusconi hatte empört auf seine Verurteilung reagiert. "Ich war wirklich überzeugt, dass sie mich freisprechen, weil es nach den Fakten keine Möglichkeit gab, mich zu verurteilen", sagte der 76-Jährige. "Stattdessen wurde ein unglaubliches Urteil gesprochen mit einer noch nie gesehenen Gewalt, um zu versuchen, mich aus dem politischen Leben dieses Landes auszuschließen."

Berlusconi bezeichnet Gericht als "Exekutionskommando"

Das Gericht bezeichnete er als "Exekutionskommando". Seine Verurteilung sei ein Angriff gegen alle Italiener, die Vertrauen in ihn gehabt hätten, sagte Berlusconi. Er werde der Verfolgung Widerstand leisten und seinen Kampf für ein wirklich freies und gerechtes Italien fortsetzen.

Rechtskräftig ist das "Ruby"-Urteil, das in erster Instanz erfolgte, noch nicht. Berlusconis Anwälte haben angekündigt, in Berufung zu gehen. Definitiv ist eine Verurteilung erst in dritter Instanz. Doch selbst dann wird Berlusconi wohl kaum ins Gefängnis gehen müssen. Für über 70-Jährige sieht das italienische Recht Hausarrest vor.

Von seinen Parteifreunden bekam Berlusconi viel Unterstützung. Allerdings wurden auch Rücktrittsforderungen laut. Berlusconi solle sich zurückziehen und dem Mitte-Rechts-Bündnis erlauben, sich neu zu organisieren, sagte der Präsident der Region Toskana, Enrico Rossi. "So würde er zeigen, dass er ein wahrer Anführer ist." Italien habe bereits zu viel unter den Skandalen Berlusconis gelitten.

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Quelle: n-tv.de

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