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Überblick über den ersten deutschen Offshore-Windpark "Alpha Ventus" 45 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum.
Überblick über den ersten deutschen Offshore-Windpark "Alpha Ventus" 45 Kilometer vor der ostfriesischen Insel Borkum.(Foto: picture alliance / dpa)

Weitere Belastungen für Stromkunden: Union und FDP beugen sich

Falls eine Offshore-Anlage nicht rechtzeitig ans Netz geht, sollte der Betreiber dafür haften - mit bis zu 100 Millionen Euro. So sieht es ein Gesetzentwurf der Bundesregierung vor. Jetzt gibt Schwarz-Gelb dem Drängen der Netzbetreiber nach und spricht von nur noch 20 Millionen Euro. Den Rest sollen die Stromkunden zahlen.

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Stromkunden müssen einem Bericht zufolge mit weiteren Belastungen rechnen. Dabei geht es um Zusatzkosten für Probleme beim Anschluss von Windparks auf hoher See ans Stromnetz. Wie das Nachrichtenmagazin "Spiegel" schreibt, konnten nun die Netzbetreiber ihre Interessen bei der Bundesregierung durchsetzen - mit der Folge, dass die Stromkunden mehr zahlen müssen.

Nach einem bisherigen Gesetzentwurf sollten laut Bericht die Netzbetreiber in jedem Fall mit bis zu 100 Millionen Euro haften, wenn eine Offshore-Anlage nicht rechtzeitig ans Netz geht. Die Bundesregierung wolle diesen Betrag aber nun für viele Projekte auf 20 Millionen Euro reduzieren. Alles, was darüber hinausgehe, müssten dann die privaten Stromkunden zahlen.

Union und FDP hätten sich damit dem Druck des Netzbetreibers Tennet gebeugt. Dieser hatte gedroht, die bisher geplante Haftungsregelung bedeute den Tod der Offshore-Windenergie.

Auf die Verbraucher kommen im nächsten Jahr ohnehin höhere Strompreise zu, im Durchschnitt von mehr als zehn Prozent. Die Anbieter geben gestiegene Kosten durch die höhere EEG-Umlage und Netzentgelte sowie andere Abgaben an die Endkunden weiter.

Der Netzbetreiber Tennet soll zahlreiche Offshore-Windparks an der Nordsee ans Stromnetz anbinden. Diese milliardenschweren Projekte sind aber erheblich ins Stocken geraten.

Quelle: n-tv.de

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