Politik

Friedensforscher Andreas Buro: Vater der Ostermärsche ist tot

Der Bürgerrechtler, Politikwissenschaftler und Mentor der deutschen Friedensbewegung, Andreas Buro, ist tot. Er gehörte zu den Initiatoren der Ostermarschbewegung. Buro wurde 87 Jahre alt und starb nach kurzer, schwerer Krankheit.

Andreas Buro 2008 in Aachen bei der Verleihung des Friedenspreises.
Andreas Buro 2008 in Aachen bei der Verleihung des Friedenspreises.(Foto: dpa)

Der Friedensaktivist Andreas Buro ist im Alter von 87 Jahren gestorben. Er erlag in seinem Haus in Grävenwiesbach (Hochtaunuskreis) einem Krebsleiden, wie das Komitee für Grundrechte und Demokratie, für das er lange arbeitete, in Köln mitteilte.

Buro galt als einer der Väter der deutschen Friedensbewegung. Er engagierte sich bereits seit Ende der 1950er Jahre in der Friedenspolitik, war Mitbegründer des Komitees für Grundrechte und 1960 einer der Organisatoren des ersten Ostermarsches der Atomwaffengegner. Bis zu seiner Emeritierung lehrte er an der Universität Frankfurt. 2008 erhielt Buro den Aachener Friedenspreis, 2013 den Göttinger Friedenspreis.

Noch im Dezember hatte Buro zur aktuellen politischen Entwicklung gesagt: "Der 'Krieg gegen den Terror', der bereits seit 9/11 geführt wird, hat die gesamte Region im Nahen Osten destabilisiert. Krieg ist keine Antwort auf Terror, sondern selbst Terror, der die Verletzung und Tötung von Zivilisten hinnimmt. Der IS und seine Ideologie müssen politisch bekämpft werden. Den Menschen, die Opfer des IS-Terrors sowie des syrischen Kriegs werden, muss solidarische Hilfe geleistet werden. Großzügige Aufnahme von Kriegsflüchtenden wäre die aktuell wichtigste Aufgabe der Europäischen Union. Krieg ist das falsche Mittel, um einer perspektivlosen, kriegsgeschädigten, traumatisierten und fanatisierten Jugend eine Zukunft zu eröffnen."

Er analysierte: "Tragisch ist, dass der verstärkte Militäreinsatz der Bundeswehr gerade nicht zu mehr Sicherheit führen wird, sondern zu größerer Unsicherheit. Deutschland ist 2001 den USA ohne realistische Strategie solidarisch in einen Krieg gefolgt. Wenn sich dies wiederholen sollte, wäre das tragisch."

Quelle: n-tv.de

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