Donnerstag, 08. Januar 2009
Empörung in Israel: Vatikan vergleicht Gaza mit KZ
Der Vergleich des Gazastreifens mit einem Konzentrationslager durch einen hochrangigen Berater von Papst Benedikt XVI. ist in Israel auf scharfe Kritik gestoßen. Das Vokabular von Kardinal Renato Martino sei schockierend und gleiche der Propaganda der radikal-islamischen Hamas, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem. "Wir sind erstaunt, Worte von einem geistlichen Würdenträger zu hören, die so weit entfernt von der Wahrheit und Würde sind."
Das israelische Außenministerium reagierte damit auf ein am Vortag erschienenes Interview einer italienischen Online-Zeitung. Darin erklärte Martino: "Es ist immer die schutzlose Bevölkerung, die den Preis bezahlt. Schauen wir uns die Lebensbedingungen im Gazastreifen einmal an: Das ähnelt immer mehr einem riesigen Konzentrationslager." Das Simon-Wiesenthal-Zentrum verglich Martino, der dem Vatikan-Rat für Justiz und Frieden vorsitzt, mit einem Holocaust-Leugner.
Papst Benedikt ging in einer Rede an Diplomaten aus rund 170 Ländern am Donnerstag nicht auf die Worte Martinos ein. Er appellierte jedoch an Israel und die Hamas, die Gewalt zu beenden. Die Auseinandersetzung bedeute großes Leid für die Zivilbevölkerung.
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