Politik
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Montag, 08. Juni 2015

Kosten-Nutzen-Verhältnis: Verbrechen verhindern rechnet sich

Verbrechen vorzubeugen kann für die Gesellschaft nach Einschätzung von Experten billiger sein als die Folgen der Kriminalität zu tragen. Es gebe in Deutschland aber leider "keine systematische Kosten- und Nutzenanalyse", kritisiert der Volkswirt Stephan Thomsen. Er ist einer der Hauptreferenten auf dem Deutschen Präventionstag, der am Montag und Dienstag in Frankfurt stattfindet. Schwerpunktthema im 20. Jahr des Kongresses ist "Die Ökonomie der Kriminalprävention."

Kriminalität werde vor allem aus ethischer Perspektive wahrgenommen, sagte der Hannoveraner Professor für Angewandte Wirtschaftspolitik. Die ökonomische Perspektive komme zu kurz. Eine US-Langzeitstudie habe ergeben, dass Investitionen in frühkindliche Bildung bei sozial schwachen Familien ein Kosten-Nutzen-Verhältnis von 1:16 hatten. "Für jeden Dollar, den das Programm gekostet hat, hatte die Gesellschaft einen Nutzen von 16 Dollar", mehr als 11 Dollar durch die Verringerung der Kriminalität.

"Kriminalität verursacht immense Schäden", sagte Thomsen: materielle wie immaterielle bei den Opfern, Kosten für Polizei und Justiz beim Staat. Auch Prävention koste Geld. "Man muss sich ansehen: Welcher Schaden entsteht durch Kriminalität und welchen Aufwand sollen wir betreiben, um das zu verhindern. Das ist eine volkswirtschaftliche Frage: Wie geben wir knappe Ressourcen effizient aus."

Quelle: n-tv.de

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